Hazel D’Ark, eine schlanke, muskulöse Frau Anfang Zwanzig, sah stets so aus, als könnte sie im nächsten Augenblick explodieren. Grüne Augen blickten herausfordernd unter einem roten Lockenschopf hervor, und ihr gelegentliches Lächeln kam und ging so rasch, daß es von vielen nie bemerkt wurde.

Wie üblich hatte sie sich wieder einmal mit Waffen vollgeladen. Der Disruptor hing an seinem Platz in dem abgetragenen Hüfthalfter. Die Standardenergiewaffe. Kräftig genug, um jede Stahlplatte zu durchschlagen, vorausgesetzt, die Energiekristalle waren geladen. Und vorausgesetzt, man hatte die zwei Minuten Zeit, die es dauerte, bis der Kristall nach einem Schuß wieder aufgeladen war.

In der zerschrammten Metallscheide quer über dem Boden steckte Hazels Schwert. Das Standardschwert. Schwer genug, um wirklichen Schaden anzurichten, doch mit einer Klinge, die kurz genug war, um die Waffe nicht unhandlich werden zu lassen.

Und vor ihr, über das Deck verteilt, die Einzelteile ihrer Projektilwaffe. Es schienen so viele Teile zu sein, daß man daraus gleich mehrere Projektilwaffen zusammensetzen konnte. Owen hatte nicht gewußt, daß die verdammten Dinger so kompliziert waren.

Seine Gefühle gegenüber den antiquierten Waffen, die Giles aus seinem Arsenal in der Todtsteltzer-Festung zur Verfügung gestellt hatte, waren sowieso eher zwiespältig. Projektilwaffen waren nicht annähernd so durchschlagskräftig oder zielgenau wie Disruptoren, aber sie mußten es auch nicht sein. Schließlich konnten sie mehrere hundert Schuß pro Minute aus dem Lauf pumpen. Es gab auch keine zweiminütige Zwangspause zwischen den Schüssen, und das war ein weiterer Vorteil. Hazel hatte sich sofort in den neuen (oder genauer gesagt: antiken) Waffentyp verliebt und nutzte jede Gelegenheit, seine Vorzüge zu preisen. Sie schleppte gleich mehrere dieser Kanonen mit sich herum, und die Munition dafür beulte jede einzelne Tasche ihrer Kleidung aus. Owen beeindruckte das wenig.



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