
Überzeugt, den richtigen Weg zu nehmen, achtete der Tiger bald nicht mehr auf die Spuren. Er trabte den Gang entlang, der immer tiefer ins Erdinnere führte.
Das beunruhigte den Tiger zunächst nicht besonders. Nur Durst bekam er langsam, und auch gegen eine kleine Mahlzeit hätte er nichts einzuwenden gehabt. Erst als die Staubschicht unter seinen Pfoten dicker wurde, bemerkte er, daß es keinerlei Spuren mehr gab. Er verlangsamte seinen Lauf.
»Bin ich etwa doch in die falsche Richtung gerannt?« schimpfte Achr. »Da hat mich dieser hinterhältige Löwe also erneut genarrt! Na warte, Grau, das zahl ich dir heim!«
Achr blieb stehen und wollte schon kehrtmachen, doch sein Lauf hatte mehr Staub aufgewirbelt, als ihm lieb sein konnte; die Wolke benahm ihm fast den Atem. Er fauchte wütend und zog sich etwas zurück. Da würde er wohl warten müssen, bis die Luft hier unten wieder einigermaßen klar war.
Er legte sich hin, um einige Augenblicke auszuruhn. Doch daran war nicht zu denken. Die Staubschwaden glitten unaufhaltsam auf ihn zu, so daß er schnaufend und spuckend noch weiter zurückwich. Der Boden wurde immer abschüssiger, und so vorsichtig er auch vorankroch, um nicht noch mehr Schmutz aufzuwirbeln – die Wolke folgte ihm.
Nachdem er wütend, aber natürlich vergebens seinen Widersacher Grau an die eigene Stelle gewünscht hatte, setzte er sogar zu einigen Sprüngen an, um endlich wieder atmen zu können. Das allerdings endete mit einem neuen Reinfall. Beim dritten oder vierten Satz nämlich prallte er in der Dunkelheit unvermutet und voller Wucht gegen eine Felswand.
Achr setzte sich erschrocken auf seine Hinterbacken, sah unzählige Sterne kreisen. Um wieder zur Besinnung zu kommen und zu überprüfen, ob er sich etwas verstaucht oder gar gebrochen hätte, bewegte er mehrmals den Kopf hin und her. Zum Glück schien noch alles in Ordnung zu sein. Nur daß er jetzt wohl endgültig in der Falle saß: von hinten kam der Staub immer näher, vorn aber waren die Felsen.
