
Mutter und Louise sprachen über die Herbstmode, die bald in dem Kaufhaus in der Innenstadt zu haben sein würde. Die Farben waren ein wichtiges Thema für Mutter, die Karos mochte, und Tante Louise ließ sich ausführlich darüber aus, welches Karo es genau sein sollte.
Weil ich damals den Unterschied zwischen dem McLeod-Clan und dem Schottenmuster des Lamont-Clans nicht kannte, konzentrierte ich mich auf Leroy. «Glaubst du, dass dich ein Hai fressen wird?» «Oder ein Mantarochen?» Seine blauen Augen wurden rund. «Zu weit nördlich.»
«Woher weißt du das?», fragte er skeptisch. «Weil ichNational Geographie lese, darum.» Schinkenbiskuitkrümel auf den rosigen Lippen, flüsterte er: «Tante Louise lässt mich das nicht lesen.
Nackte Weiber. Ich hab einmal eine gesehen, die hatte Ringe um den Hals, und der war so lang wie bei einer Giraffe. Mit fast nichts an.» Worauf er sich die Hand vor den Mund hielt und kicherte.
Ich flüsterte zurück: «Die Ausgabe hab ich auch gesehen.»
Mutter hatte mir beigebracht, «Ausgabe» für Zeitschriften zu sagen. Sie legte
großen Wert auf die korrekte Bezeichnung aller Dinge und hämmerte sie mir so
lange ein, bis ich es richtig machte.
«Kuheuter.» Er kicherte lauter.
Ich guckte auf meine flache Brust runter und flüsterte lauter: «Wenn mir solche Ballons wachsen, sterbe ich. Wirklich und wahrhaftig, Leroy, ich sterbe.» Wir richteten unsere Blicke auf Mutters und Tante Louises Brüste, die unter ihren Polohemden hübsch in die Augen sprangen. Beide hatten einen leichten Pullover über die Schultern geworfen und gebügelte Shorts an den wohlgeformten Beinen. Die Männer guckten immer auf ihre Beine, drum nehme ich an, sie waren besonders schön. Dann kicherten wir wieder.
«Was habt ihr zwei zu kichern?» Mutter schlug mir scherzhaft auf den Kopf. «Nichts», schwindelte ich, und wir lachten noch lauter.
