Mike blickte ihn mit übertriebener Feindseligkeit an. »Schnüffelst du schon wieder in meinen Gedanken herum?« fragte er scharf.

Ich schnüffle nicht,antwortete Astaroth beleidigt.Hunde schnüffeln. Katzen ziehen Erkundigungen ein und sammeln Informationen!

»Blödsinn!« antwortete Mike ärgerlich. »Das ist dasselbe! Du solltest allmählich wissen, daß ich es hasse, wenn du meine Gedanken liest!«Aber das weiß ich doch,antwortete Astaroth ungerührt.Schließlich denkst du es oft genug.Mike gab auf. Er hatte nicht nur wenig Lust, sich mit einem Kater zu streiten, es war auch vollkommen sinnlos, zumindest, wenn dieser Kater Astaroth hieß.Stimmt.

Mike zog es vor, diese Bemerkung zu ignorieren, drehte sich vollends um und ging mit schnellen Schritten an Astaroth vorbei zur Tür.

Als er das Hotelzimmer verließ, wäre er um ein Haar mit einer Gestalt zusammengeprallt, die unmittelbar vor der Tür stand. Mike fuhr erschrocken zurück und setzte zu einer geharnischten Bemerkung an, aber dann sah er, um wen es sich handelte, und statt wütend zu werden, starrte er sie verblüfft an. Es war eine vielleicht vierzigjährige, schlanke Frau, die sehr elegant gekleidet war und einen großen Hut mit einem hauchdünnen Schleier trug. Sie stand so dicht -und in eindeutiger Haltung! vor seiner Zimmertür, daß gar kein Zweifel daran bestehen konnte, daß sie gelauscht hatte; etwas, worauf Mike normalerweise ziemlich ärgerlich reagiert hätte. Vielleicht lag es an dem beengten Leben, das sie notgedrungen auf der NAUTILUS führen mußten, aber ihnen allen war ihre Privatsphäre heilig. Ungefragt darin einzudringen oder einen anderen gar zu belauschen, das wäre Mike und den übrigen Besatzungsmitgliedern der NAUTILUS niemals in den Sinn gekommen. Wenn sie nicht gerade Astaroth hießen...



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