Er kehrte zu seinem eigenen Raum im Schlafzelt zurück, legte sich auf das Bett und starrte an die Decke.

Varnett, dachte er. Immer Varnett. In den drei Monaten seit der Ankunft hatte der Junge sich um alles gekümmert. Viele der anderen trieben ihre Freizeitspiele und Studentenalbernheiten, aber nicht er. Ernsthaft, nur zu fleißig, und stets mit der Lektüre der Projektberichte, der alten Aufzeichnungen, beschäftigt.

Skander hatte plötzlich das Gefühl, daß alles auf ihn einzudringen schien. Er war von seinem Ziel noch so weit entfernt!

Und jetzt wußte Varnett davon. Wußte zumindest, daß das Gehirn lebte. Der Junge würde gewiß den einen Schritt weitergehen — erraten, daß Skander den Code beinahe entschlüsselt hatte und vielleicht in einem weiteren Jahr dem Gehirn eine Botschaft würde schicken, es reaktivieren können.

Um ein Gott zu werden.

Er würde derjenige sein, welcher die menschliche Rasse mit eben den Werkzeugen rettete, die ihren Schöpfer vernichtet hatten.

Skander sprang plötzlich auf und ging zurück zum Labor. Irgend etwas nagte an ihm, ein Verdacht, daß es in Wahrheit schlimmer stand, als er wußte.

Leise trat er ein.

Varnett saß an der Fernsehkonsole. Und auf dem Bildschirm war dieselbe Zelle zu sehen, die Skander betrachtet hatte; die Energiepole waren deutlich sichtbar! Skander war fassungslos. Er griff schnell in die Tasche, wo er den Filter aufbewahrte. Ja, er war noch da.

Wie konnte das sein?

Varnett stellte Berechnungen an, verglich mit der Anzeige auf einem zweiten Schirm, über den er mit den Mathematikspeichern des Laborcomputers verbunden war. Skander stand regungslos und stumm da. Er hörte Varnett zustimmend murmeln, als entspräche eine Lösung seinen Erwartungen.

Skander warf einen Blick auf seinen Chronometer. Neun Stunden! Es waren neun Stunden gewesen! Er hatte nicht nur nachgedacht, sondern geschlafen und dem Jungen Gelegenheit geboten, seinen schlimmsten Alptraum wahrzumachen.



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