Bis mein Gehirn mit sieben Jahren völlig entwickelt war, beherrschte ich die ganze angewandte und theoretische Mathematik, die wir kennen. Zuletzt ist alles Mathematik, und so sehe ich alles vom mathematischen Standpunkt aus. Ich bin von meiner Welt hierher geschickt worden, weil mich die fremdartige mathematische Symmetrie in den Dias und Proben des markovischen Gehirns faszinierte. Aber das war alles umsonst, weil ich nichts von der Energiematrix wußte, mit der die Zellbestandteile verbunden sind.«

»Und jetzt?«

»Es ist Unsinn. Es trotzt aller mathematischen Logik. Es heißt, daß es in der Mathematik nichts Absolutes gibt. Überhaupt nichts. Jedesmal, wenn ich die Struktur in bekannte mathematische Begriffe zwingen wollte, kam heraus, daß zwei und zwei gleich vier keine konstante, sondern eine relative Behauptung ist.«

Skander begriff, daß der Junge versuchte, ihm die Dinge kinderleicht darzustellen, aber trotzdem begriff er nicht, was gemeint war.

»Was hat das alles zu bedeuten?«fragte er verwirrt.

»Es bedeutet, daß alle Materie und Energie in einer Art mathematischem Verhältnis steht. Daß nichts eigentlich real, nichts eigentlich irgend etwas ist. Wenn man das ›ist gleich‹-Zeichen wegnimmt und es durch ›ist proportional zu‹ ersetzt, und wenn es wahr ist, kann man alles verändern oder verwandeln. Keiner von uns, dieser Raum, dieser Planet, die ganze Galaxis, das ganze Universum — nichts davon ist eine Konstante. Wenn man die Gleichung für irgend etwas nur gering verändern, die Proportionen ändern könnte, wäre aus allem alles zu machen, alles in alles zu verwandeln.«Er verstummte, als er Skander ansah, daß dieser noch immer im dunkeln tappte. »Ich will ein ganz einfaches, grundlegendes Beispiel nennen«, sagte Varnett, der ruhiger geworden war. »Machen Sie sich zuerst dies klar, wenn Sie können: Es gibt im All eine endliche Menge an Energie, und das ist die einzige Konstante. Nach unseren Maßstäben ist die Menge unendlich, aber das ist wahr, wenn dies wahr ist. Können Sie mir folgen?«



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