Eine Minute lang waren nur die mechanischen Geräusche des Labors zu hören, als ihnen die Konsequenzen aufgingen.

»Und Sie haben den Code?«fragte Skander schließlich.

»Ich glaube es, obwohl es gegen mein ganzes Wesen verstößt, daß solche Gleichungen richtig sein können. Und trotzdem — wissen Sie, warum diese Energie mit konventionellen Mitteln nicht wahrzunehmen ist?«

Skander schüttelte langsam den Kopf, und der Mathematiker fuhr fort:»Es ist die Grundenergie selbst. Hören Sie, haben Sie den Filter dabei?«

Skander nickte stumm und zog das kleine Etui heraus. Der Junge griff eifrig danach, aber statt ihn in das Mikroskop zu schieben, ging er an die Außenwand. Er zog langsam Schutzoverall und Brille an, die dem Strahlenschutz dienten, und forderte Skander auf, das gleiche zu tun. Dann sperrte er das Labor gegen Zutritt und schälte das Zeltfutter an einer Stelle ab, wo es eine Luke verdeckte — sie war hier nicht im Gebrauch, aber die Zelte waren Allzweckprodukte und verfügten über viele nutzlose Merkmale.

Die düster-rötliche Landschaft zur Mittagszeit zeigte sich vor ihnen. Der Junge hielt langsam und bedächtig den kleinen Filter vor ein Auge und schloß das andere. Er hielt den Atem an.

»Ich hatte recht«, stieß er hervor.

Nach einer qualvollen halben Minute, die wie eine Ewigkeit anmutete, reichte er Skander den kleinen Filter. Durch ihn war die ganze Landschaft als von einem heftigen elektrischen Sturm durchtobt zu erkennen. Skander konnte sich von dem Anblick nicht losreißen.

»Das markovische Gehirn umgibt uns überall«, flüsterte Varnett. »Es zieht an, was es braucht, und stößt ab, was es nicht braucht. Wenn wir eine Verbindung herstellen könnten —«

»Wären wir wie Götter«, ergänzte Skander. Er gab widerwillig den Filter an Varnett zurück, der wieder hindurchstarrte.

»Und was für ein Universum würden Sie erschaffen, Varnett?«fragte Skander halblaut, griff dabei unter die Schutzkleidung und zog ein Messer heraus. »Ein mathematisch perfektes, wo alles absolut identisch wäre, dieselbe Gleichung?«



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