
»Offenbar bin ich also durch diesen — äh — Zwischenfall nicht in eine schlimme, sondern in eine sehr günstige Lage geraten«, sagte er gelassen. »Schade um die junge Dame, versteht sich.«
»Sie Dreckskerl!«Brazil sprang auf und packte den dicken Mann am Hals. Hain war einen Kopf größer und doppelt so schwer wie er, aber die Wut verlieh Brazil Kräfte. Die beiden rollten am Boden umher, und der Kapitän würgte Hain, bis sein Gesicht blutrot wurde.
Vardia beobachtete sie mit offenem Mund. Sie hatte kaum etwas begriffen und fand Brazils Verhalten, jetzt und vorher, unverständlich. In ihrer Welt gab es keine Menschen, nur Zellen, die sich zu einer Gemeinschaft fügten. Eine kranke Zelle wurde einfach ausgemerzt.
Wu Julee sah teilnahmslos zu.
Plötzlich sprang Ortega über seinen Schreibtisch und packte Brazil mit kraftvollen Armen. Das Riesenwesen bewegte sich so schnell, daß man mit dem Auge kaum folgen konnte.
Brazil versuchte sich loszureißen, und Ortegas mittlerer Arm schoß plötzlich vor und traf den kleinen Mann hart am Kinn. Er erschlaffte.
Hain, von seinem Angreifer befreit, rang keuchend nach Luft, rollte sich auf den Rücken und blieb dort liegen. Er betastete seinen Hals.
Ortega untersuchte den Bewußtlosen. Nachdem er sich überzeugt hatte, daß nichts gebrochen war, legte er Brazil auf den Boden.
»Ich danke Ihnen, Sir«, ächzte Hain und massierte seine Kehle. »Sie haben mir gewiß das Leben gerettet.«
»Das wollte ich nicht und hätte es in normalen Zeiten auch nicht getan«, fauchte Ortega ihn an. »Und wenn Nate Sie draußen jemals in die Hände bekommt, werde ich nicht da sein, um Sie zu retten — und wenn doch, dann helfe ich gerne mit, Sie in Stücke zu reißen. Aber hier lasse ich so etwas nicht zu.« Er widmete sich wieder Brazil, der langsam zu sich kam.
Hain schien entgeistert zu sein, sah aber, wo seine Pulspistole hingefallen war und griff unauffällig danach.
