Hain murmelte etwas Unverständliches und ging zu seinem Platz zurück. Brazil, der immer noch sein schmerzendes Kinn betastete, stand wortlos auf und ging zu der Sitzbank, sank nieder und ächzte.

»Bin immer noch schwindlig«, beklagte er sich. »Und ich bekomme wahnsinnige Kopfschmerzen.«

Ortega lächelte und zog sich hinter seinen Schreibtisch zurück.

»Sie haben schon Schlimmeres mitgemacht«, sagte er. »Aber alles der Reihe nach. Wollen Sie noch etwas essen? Sie haben alles in die Gegend gestreut.«

»Sie wissen genau, daß ich die nächsten paar Tage überhaupt nichts hinunterbringe«, stöhnte Brazil. »Verdammt! Warum haben Sie sich überhaupt eingemischt?«

»Eigentlich aus zwei Gründen. Erstens ist das — nun, man könnte fast sagen, eine diplomatische Abordnung. Ein Mord durch einen Neuling an einem anderen wäre meiner Regierung auf keinen Fall plausibel zu machen. Aber wichtiger noch, sie ist nicht verloren, Nate, und damit wird Ihr Motiv noch dürftiger.«

Brazil vergaß seine Schmerzen.

»Was sagen Sie?«

»Ich sage, sie ist nicht verloren, Nate, und das entspricht der Wahrheit. Dieser Abstecher hat Hain nicht nur der Gerechtigkeit entzogen, sondern sie auch gerettet. Arkadrian war im Grunde keine Lösung. Sie waren offenbar der Ansicht, es lohne sich, sie zu retten, als Sie den Umweg machten — aber im Augenblick ist sie kaum mehr als ein dahinvegetierendes Wesen. Hain hat die Dosis offenbar stetig verringert, als sie sich an die Schmerzen immer mehr gewöhnte. Er ließ sie verfaulen — aber ganz langsam, damit es auf der Reise keine Schwierigkeiten gab. Darf ich nach dem Grund fragen, Hain?«

»Sie stammt von einer der Kom-Welten. Lebte im üblichen Bienenstock und arbeitete auf einer großen Volksfarm. Dreckarbeit — Latrinen leeren und so weiter. Der IQ genetisch beeinflußt niedrig gehalten — sie ist Arbeiterin, von Natur aus geistig zurückgeblieben und kann nur einfache Befehle ausführen. Nicht einmal auf dem Gebiet taugte sie etwas, und man setzte sie als Parteihure ein. Aber auch da versagte sie.«



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