»Ich habe den Eindruck, daß ihr hier eigentlich völlig übervölkert sein müßtet«, sagte Brazil. »Schließlich gehe ich davon aus, daß alle Wesen sich hier fortpflanzen — und dann befördert das markovische Gehirn noch zusätzlich Leute hierher.«

»Dazu kommt es einfach nicht«, erwiderte Ortega. »Zum einen kann man hier, wie gesagt, sterben und tut es auch. Manche Hexe haben sehr billiges Leben, manche Arten leben vergleichsweise kurze Zeit. Die Fortpflanzungsraten sind der Todesrate angeglichen. Wenn Übervölkerung droht und natürliche Faktoren wie Katastrophen, die es hier geben kann, oder Kriege, die auch vorkommen, wenngleich sie nicht übermäßig häufig und in der Regel lokal begrenzt sind, die Zahlen nicht vermindern, nun, dann wird der Großteil der folgenden Nachkommenschaft in jeder Beziehung normal, aber unfruchtbar geboren, mit nur einer ganz kleinen Zahl, die für den Fortbestand der Art sorgen kann. Wenn die Bevölkerung zurückgeht, werden wieder fruchtbare Nachkommen geboren. In jedem Hex ist die Bevölkerung tatsächlich ziemlich stabil — von einer Untergrenze bei ungefähr zwanzigtausend bis zu einer Obergrenze von über einer Million. Was Neuzugänge wie euch angeht — nun, die Markovier hatten sich, wie gesagt, weit ausgedehnt, aber viele ihrer alten Gehirne sind tot und manche der Portale aus dem einen oder anderen Grund für immer geschlossen. Andere sind so gut getarnt, daß es ein so absurdes Danebentappen wie das meine braucht, damit man den Eingang findet. Wir haben insgesamt im Jahr nicht mehr als um die hundert Neuzugänge. Wenn der Schacht aktiviert wird, haben wir ein Auslösesignal, und einige von uns wechseln sich täglich ab, um auf die Alarmsignale zu reagieren. War reines Glück, daß ich auf euch gestoßen bin, aber ich mache auch oft Dienst. Manche von den Leuten hier schätzen Neulinge gar nicht und behandeln sie schlecht, also übernehme ich ihren Dienst, und sie sind mir verpflichtet.«



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