
Aber solche Räume waren für die meisten Mitglieder der menschlichen Rasse seit langer Zeit das Zuhause. Alvin brauchte nur den entsprechenden Gedanken zu formulieren, und die Wände wurden zu Fenstern, die sich nach jedem Teil der Stadt hin öffneten, den er zu sehen wünschte. Ein anderer Wunsch, und niegesehene Maschinen füllten das Zimmer mit den projizierten Abbildern jeder Art von Mobiliar, das er brauchte. Ob sie wirklich waren oder nicht, dieses Problem hatte in der letzten Jahrmilliarde nur sehr wenige Menschen bekümmert. Gewiß waren sie nicht weniger wirklich als diese andere Betrügerin, die feste Materie, und wenn man sie nicht mehr benötigte, wurden sie in die Phantomwelt der Gedächtnisanlagen der Stadt zurückgeschickt. Wie alles andere in Diaspar nützten sie sich niemals ab — und sie würden sich nie verändern, wenn ihre gespeicherten Muster nicht durch einen überlegten Willensakt gelöscht wurden.
Alvin hatte seinen Raum teilweise rekonstruiert, als an seinem Ohr ein beharrliches, glockenähnliches Läuten ertönte. Er gab gedanklich das Eintrittssignal, und die Wand, auf der er eben noch gemalt hatte, löste sich wieder auf. Wie erwartet, standen dort seine Eltern und hinter ihnen Jeserac. Die Anwesenheit seines Lehrers bedeutete, daß es sich um keinen üblichen Familienbesuch handelte — aber das wußte er ja schon.
Die Illusion war vollkommen, und sie verflog auch nicht, als Eriston zu sprechen begann. In Wirklichkeit waren Eriston, Etania und Jeserac, wie Alvin wohl wußte, Kilometer voneinander entfernt, denn die Erbauer der Stadt hatten ebenso den Raum besiegt wie die Zeit unterworfen. Alvin wußte nicht einmal genau, wo seine Eltern unter den unzähligen Türmen und verworrenen Labyrinthen Diaspars wohnten, denn sie waren umgezogen, seit er zum letztenmal wirklich bei ihnen gewesen war.
