
Er hatte wenig Neues erfahren; fast alles, was ihm Jeserac erklärte, hatte er bereits geahnt. Aber das war etwas anderes, als diese Ahnung ohne jede Möglichkeit des Zweifels bestätigt zu finden.
Wie würde das sein Leben beeinflussen, — wenn überhaupt? Er wußte es nicht, und Unsicherheit war für Alvin ein völlig neuartiges Gefühl. Vielleicht machte es überhaupt keinen Unterschied; wenn er sich in diesem Leben nicht vollkommen an Diaspar anpaßte, dann im nächsten oder im übernächsten…
Schon als er diesen Gedanken hegte, verwarf er ihn. Diaspar mochte dem Rest der Menschheit genügen, aber nicht ihm. Er bezweifelte nicht, daß man tausend Leben hier verbringen konnte, ohne alle Wunder zu erschöpfen oder Erfahrungen zu sammeln, die sie zu bieten hatte. All diese Dinge konnte er tun — aber wenn nichts mehr zu tun war, würde er niemals zufrieden sein.
Dabei stand er allerdings einem Problem gegenüber. Was gab es darüber hinaus noch zu tun?
Die unbeantwortete Frage riß ihn aus seiner Versunkenheit. Er konnte nicht hierbleiben, solange er in dieser ruhelosen Stimmung war, und es gab nur einen einzigen Platz in der Stadt, wo er seine Gemütsruhe wiederfinden konnte.
Die Wand löste sich teilweise auf, als er durch sie hindurch auf den Korridor trat; ihre polarisierten Moleküle stemmten sich ihm wie schwacher Wind entgegen. Es gab viele Möglichkeiten, mühelos zu seinem Ziel zu gelangen, aber er zog es vor zu gehen. Ein kurzer Durchgang brachte ihn auf eine spiralenförmige Rampe hinaus, die zur Straße führte. Er ließ die fließende Straße unbeachtet und blieb auf dem schmalen Gehsteig — ein exzentrisches Verhalten, da er mehrere Kilometer Weg vor sich hatte. Aber Alvin zog die körperliche Bewegung vor; sie beruhigte ihn. Außerdem gab es so viel zu sehen, daß es schade gewesen wäre, an den neuesten Wundern Diaspars vorüberzueilen, wenn man die Ewigkeit vor sich hatte.
