»Ich! sage! daß! dieser! Mann! morgen! bestattet! werden! muß!«

In diesem Augenblick regte sich aber der »Tote« und schlug die Augen auf. Die Menge wich entsetzt zurück, nur Alona sank auf die Brust ihres Mannes nieder und begann ihn schluchzend zu küssen.

»Ha, ha, ha! Ho, ho, ho!« lachte aus vollem Halse Boril. »Der hochverehrte Doktor Robil hätte beinahe einen Lebenden begraben! Und das will ein Mann der Wissenschaft sein!«

Der blamierte Robil gab sich aber nicht geschlagen:

»Es! bleibt! noch! zu beweisen! daß! er! lebt!« rief er und verließ, sich würdevoll in seinen grünen Mantel hüllend, den Platz.

Ein paar Leute lachten bei den letzten Worten Robils, aber Doktor Boril machte ein besorgtes Gesicht. Ortega sprach kein Wort, er erkannte niemanden, auch nicht seine Frau, und verstand nicht die teilnahmsvollen Worte, die König Ukonda höchstpersönlich an ihn richtete.

»Seltsam, sehr seltsam!« murmelte Doktor Boril. »Dieser unstete Blick, wie bei einem Neugeborenen, diese unregelmäßigen Bewegungen der Arme und Beine! Interessant, höchst interessant!« erregte sich der Doktor. »Der Fall könnte sich als sehr wertvoll für die Wissenschaft erweisen. Liebe Frau!« wandte er sich an Alona. »Ich bin bereit, Ihren Mann zu behandeln, und zwar völlig unentgeltlich.«

Der gutmütige Doktor achtete nicht auf die Dankesworte der Frau und befahl, Ortega nach Hause zu tragen, der, als man ihn auf die Beine gestellt hatte, keinen Schritt tun konnte. Boril folgte der Bahre.

DAS SCHLAFWASSER

Doktor Boril verbrachte Tag und Nacht am Lager Ortegas, der in vielem einem Säugling glich. Er wußte nicht, wie man ißt, und man mußte ihn mit dem Löffel füttern. Er sprach kein Wort und lallte nur. Er verstand nicht, was man zu ihm sagte, und war wie taub, wenn man ihn beim Namen rief…



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