
Im westlichen Teil des Landes herrschte vor tausend Jahren ein König namens Aranja. Er regierte so lange, daß sein Sohn Bofaro müde wurde, auf den Tod seines Vaters zu warten, und diesen zu stürzen beschloß. Durch Versprechungen gewann Prinz Bofaro mehrere tausend Anhänger, aber noch bevor sie etwas unternehmen konnten, wurde die Verschwörung aufgedeckt, und Prinz Bofaro kam vor das Gericht seines Vaters. Dieser saß, von Hofleuten umgeben, auf seinem hohen Thron und blickte zornig in das blasse Gesicht des Prinzen.
»Gestehst du, mein unwürdiger Sohn, daß du gegen mich Böses im Schilde führtest?« fragte der König.
»Ja, ich gestehe es«, erwiderte der Prinz dreist, ohne die Augen vor dem strengen Blick des Vaters zu senken.
»Hättest du mich getötet, um den Thron in deinen Besitz zu bringen?« fuhr Aranja fort.
»Nein«, sagte Bofaro, »das war nicht meine Absicht. Ich habe Euch nur lebenslänglichen Kerker zugedacht.«
»Das Schicksal hat es aber anders gewollt«, sagte der König. »Was du mir zugedacht hast, soll dir und deinen Kumpanen widerfahren. Kennst du die Höhle?«
Der Prinz zuckte zusammen. Natürlich hatte er von der riesigen Höhle tief unter der Erde gehört. Neugierige, die hineingeblickt hatten, erzählten, sie hätten dort Schatten seltsamer Tiere gesehen, vor denen es ihnen graute. Es sei undenkbar, daß Menschen dort leben könnten, sagten sie.
»Ich verbanne dich und deine Kumpane für ewige Zeiten in die Höhle!« rief der König so grimmig, daß selbst die Feinde Bofaros erschauerten. »Aber das ist noch nicht alles! Nicht nur ihr, sondern auch eure Kinder und Kindeskinder sollen nie mehr den blauen Himmel und die strahlende Sonne sehen. Dafür werden meine Erben sorgen. Sie werden mir schwören müssen, meinen Wunsch heiligzuhalten. Hast du etwas zu entgegnen?«
