Er freute sich auf das Wiedersehen mit Inch, der bei Bolithos Anblick über sein ganzes langes Pferdegesicht strahlen würde. Ernüchternd war der Gedanke, daß Inch und er die einzigen Vollkapitäne des ganzen Geschwaders waren. Inchs Zweidecker Helicon mußte nun jeden Augenblick von der Nore hier eintreffen. Danach ging es unter neuer Order hinaus auf See, wo jedes gesichtete Schiff wahrscheinlich ein Feind war. Nach Gibraltar zuerst — und dann?

Während Keen gedankenversunken an Deck auf- und abging, machte Bolitho sich mit seinem noch fremden Quartier vertraut. Der alte Degen hing an seinem Halter über der prächtigen neuen Waffe, für die in Falmouth gesammelt worden war. Er konnte sich noch deutlich an den Tag erinnern, als ihm sein Vater die alte Klinge im grauen Haus der Bolithos geschenkt hatte. Die Schande seines älteren Bruders Hugh, der zu den aufständischen amerikanischen Kolonisten desertiert war, hatte der Alte nie verwunden. Eigentlich hätte Hugh den Degen bekommen sollen. Nun würde Adam ihn eines Tages tragen.

Bolitho trat in die Schlafkammer und schaute in den Spiegel. Nächsten Monat wurde er siebenundvierzig. Wo waren die Jahre geblieben? Er sah zwar zehn Jahre jünger aus, aber der Gedanke an die so schnell verstrichene Zeit bedrückte ihn. Er dachte an Belinda in Falmouth. Würde er bei seiner Rückkehr weitere Veränderungen vorfinden? Mit einer Grimasse wandte er sich vom Spiegel ab.»Falls ich zurückkomme.»

Ozzard fuhr zusammen.»Sir?»

Bolitho lächelte.»Nichts. Ich war nur zu lange an Land.»

Ozzard verstaute Kleider in einem schönen alten Kleiderschrank. Bei einer seiner Schubladen zögerte er und begann die Hemden erneut glattzustreichen. Dabei berührte er die Miniatur einer jungen Frau mit langem, kastanienfarbenem Haar und grünen Augen. Wie schön sie ist, dachte er.



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