
Es war Ebbe, und er sah einen alten Mann am Kiesstrand Treibholz sammeln. Der Mann schaute auf und die beiden Offiziere direkt an. Sie hätten in der Tat Brüder sein können mit ihrem schwarzen Haar und dem festen Blick ihrer grauen Augen. Adam trug die Haare nach neuer Mode kurz, Bolitho hatte den Zopf beibehalten.
Der Mann am Strand deutete einen Salut an, und Bolitho nickte. Ein letztes Lebewohl.
«Tu jeden Schritt mit Bedacht, Adam«, sagte er.»Wenn du diesmal nicht in Schwierigkeiten kommst, gibt man dir als nächstes eine Fregatte.»
Adam lächelte.»Ich segle mit deinen Depeschen nach Gibraltar, Onkel. Danach hänge ich sowieso an den Schürzenbändern der Flotte.»
Bolitho erwiderte sein Lächeln. Ihm war, als sähe er sich selbst als jungen Draufgänger.»Schürzenbänder sind dehnbar. «Er drückte ihn an sich, ohne sich um die strammstehenden Seesoldaten und zusehenden Bootsgasten zu kümmern. Wie zu sich selbst sagte er:»Gott sei mit dir.»
Und dann, als Adam seinen neuen, goldbetreßten Hut abnahm und sich das rabenschwarze Haar vom Wind zausen ließ, hastete Bolitho die Stufen hinunter. Er nickte dem Leutnant im Boot zu. Das war ein Gesicht aus der jüngeren Vergangenheit, früher Midshipman auf der Achates.
«Guten Tag, Mr. Valancey. Bei diesem Wind werden sich die Männer tüchtig in die Riemen legen müssen.»
Er sah den jungen Mann vor Freude erröten, weil er seinen Namen nicht vergessen hatte. Jedes Bindeglied war nützlich.
Noch einmal winkte er Adam zu, als seine elegante grüne Barkasse, deren Riemen sich hoben und senkten wie Flügel, vom Ufer ablegte.
Mit ungebührlicher Hast hielt nun die kleine Gig auf die Stufen zu; als sie um das Heck eines verankerten Truppentransporters bogen, kam der Kai außer Sicht.
Draußen lagen viele Schiffe vor Anker, deren schwarze, gelbbraun abgesetzte Rümpfe in Regen und Gischt stumpf schimmerten. Die Isle of Wight jenseits von ihnen war kaum mehr als ein dunstiger Höcker.
