
Klare. Wir wollen singen.
Brackenburg. Was Ihr wollt.
Klare. Nur hübsch munter und frisch weg! Es ist ein Soldatenliedchen, mein Leibstück. (Sie wickelt Garn und singt mit Brackenburg.)
(Brackenburg hat unter dem Singen Klärchen oft angesehen; zuletzt bleibt ihm die Stimme stocken, die Tränen kommen ihm in die Augen, er läßt den Strang fallen und geht ans Fenster. Klärchen singt das Lied allein aus, die Mutter winkt ihr halb unwillig, sie steht auf, geht einige Schritte nach ihm hin, kehrt halb unschlüssig wieder um und setzt sich.)
Mutter. Was gibt's auf der Gasse, Brackenburg? Ich höre marschieren.
Brackenburg. Es ist die Leibwache der Regentin.
Klare. Um diese Stunde? was soll das bedeuten? (Sie steht auf und geht an das Fenster zu Brackenburg.) Das ist nicht die tägliche Wache, das sind weit mehr! Fast alle ihre Haufen. O Brackenburg, geht! hört einmal, was es gibt. Es muß etwas Besonderes sein. Geht, guter Brackenburg, tut mir den Gefallen.
Brackenburg. Ich gehe! Ich bin gleich wieder da (Er reicht ihr abgehend die Hand; sie gibt ihm die ihrige.)
