
(Buyck, ein Holländer, Soldat unter Egmont.)
Buyck. Jetter, den Schuß handl' ich Euch ab, teile den Gewinst, traktiere die Herren: ich bin so schon lange hier und für viele Höflichkeit Schuldner. Fehl ich, so ist's, als wenn Ihr geschossen hättet. —
Soest. Ich sollte dreinreden: denn eigentlich verlier ich dabei. Doch, Buyck, nur immerhin.
Buyck (schießt). Nun, Pritschmeister, Reverenz! — Eins! Zwei! Drei! Vier!
Soest. Vier Ringe? Es sei!
Alle. Vivat, Herr König, hoch! und abermal hoch!
Buyck. Danke, ihr Herren. Wäre Meister zu viel! Danke für die Ehre.
Jetter. Die habt Ihr Euch selbst zu danken.
(Ruysum, ein Friesländer, Invalide und taub.)
Ruysum. Daß ich euch sage!
Soest. Wie ist's, Alter?
Ruysum. Daß ich euch sage! — Er schießt wie sein Herr, er schießt wie Egmont.
Buyck. Gegen ihn bin ich nur ein armer Schlucker. Mit der Büchse trifft er erst, wie keiner in der Welt. Nicht etwa, wenn er Glück oder gute Laune hat; nein! wie er anlegt, immer rein schwarz geschossen. Gelernt habe ich von ihm. Das wäre auch ein Kerl, der bei ihm diente und nichts von ihm lernte. — Nicht zu vergessen, meine Herren! Ein König nährt seine Leute; und so, auf des Königs Rechnung, Wein her!
Jetter. Es ist unter uns ausgemacht, daß jeder —
Buyck. Ich bin fremd und König, und achte eure Gesetze und Herkommen nicht.
Jetter. Du bist ja ärger als der Spanier; der hat sie uns doch bisher lassen müssen.
Ruysum. Was?
Soest (laut). Er will uns gastieren; er will nicht haben, daß wir zusammenlegen und der König nur das Doppelte zahlt.
