
Er hat einen ganz schlechten Ruf. Er lebt mehr oder weniger von reichen Mädchen. Anscheinend sind sie völlig verrückt nach ihm. Er hätte beinahe die Tochter der Hopes geheiratet, aber ihre Familie ließ sie unter Amtsvormundschaft stellen. Und Horace will jetzt dasselbe tun. Aber ich halte das für keine gute Idee. Sie werden lediglich einfach nach Schottland, Irland, Argentinien und sonstwohin fliehen und dort entweder heiraten oder eine wilde Ehe führen. Das ist keine Lösung des Problems - und erst recht nicht, wenn ein Baby erwartet wird. Gibt man aber nach und die Einwilligung zur Heirat, folgt mit Sicherheit nach ein, zwei Jahren die Scheidung. Dann kommt das Mädchen wieder nach Hause, und einige Zeit später heiratet es ein zweites Mal - dann einen Mann, der so lieb ist, daß er einen langweilt. Das Mädchen kommt schließlich zur Ruhe. Aber nach meiner Meinung sind solche Fälle besonders traurig, wenn ein Kind da ist und wenn ein Stiefvater dessen Erziehung übernimmt, mag er noch so nett sein. Nein, ich glaube, es wäre viel besser, wenn man so handeln würde, wie man es in meiner Jugend tat.«
»Man glaubt immer, daß die Zeiten früher besser waren«, sagte Poirot leicht dozierend.
»Natürlich. Ich langweile Sie mit langen Reden, nicht wahr? Das sollte mir eigentlich nicht passieren. Aber trotzdem wünsche ich nicht, daß Sarah - sie ist wirklich ein liebes und gutes Mädchen - diesen Desmond Lee-Wortley heiratet. Sie und David Welwyn - er ist auch hier - waren immer gute Freunde. Sie hatten sich sehr gern. Horace und ich hofften, daß sie heiraten würden, wenn sie das Alter dazu hätten. Leider ist er jetzt völlig Luft für sie, weil sie eben in ihren Desmond verliebt ist.«
»Madame, wenn ich Sie recht verstanden habe, ist dieser Desmond Lee-Wortley hier. Er wohnt hier?«
»Ja, das war meine Idee. Horace wollte ihr verbieten, ihn wiederzusehen und so weiter.