
Das war eine erfreuliche Aussicht.
»Wir bauen einen Schneemann«, schlug Michael vor.
»Guter Gott«, antwortete Colin, »ich habe zum letztenmal einen Schneemann gebaut, als ich vier Jahre alt war.«
»Ich fürchte, das ist ziemlich schwierig«, meinte Bridget.
»Wir könnten Monsieur Poirot kopieren«, schlug Colin vor. »Einen schwarzen Schnurrbart bekommt er. In der Frisierkommode ist einer.«
»Weißt du, ich kann mir nicht vorstellen, daß Monsieur Poirot mal Detektiv gewesen ist. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, daß er sich verkleiden könnte«, sagte Michael nachdenklich.
»Das stimmt«, pflichtete Bridget bei, »man kann sich nicht vorstellen, daß er mit einem Mikroskop herumläuft, Spuren sucht oder Fußabdrücke ausmißt.«
»Ich habe eine Idee«, sagte Colin. »Wir können für ihn eine Schau abziehen.«
»Was willst du damit sagen?« fragte Bridget.
»Wir inszenieren einen Mord für ihn.«
»Das ist eine großartige Idee!» rief Bridget aus. »Meinst du eine Leiche im Schnee oder so etwas Ähnliches?«
»Ja. Er würde sich dann bei uns wie zu Hause fühlen, oder?«
Bridget kicherte.
»Ich weiß nicht, ob ich es so weit treiben würde.«
»Wenn es schneit«, sagte Colin, »haben wir einen idealen Rahmen für das Ganze. Eine Leiche und Fußspuren ... Wir müssen uns alles sorgfällig überlegen. Wir müssen einen Dolch aus Großvaters Sammlung stehlen und ein bißchen Blut herbeischaffen.«
Sie blieben stehen und begannen hitzig zu diskutieren. Sie bemerkten dabei gar nicht, daß es heftig zu schneien anfing.
»Im alten Klassenzimmer liegt noch ein Farbkasten. Damit könnten wir Blut mischen; am besten mit Karmesinrot.«
»Ich glaube, daß Karmesinrot zu hell ist«, meinte Bridget. »Die Farbe müßte dunkler sein.«
»Wer will die Leiche sein?« fragte Michael.
»Ich bin die Leiche«, antwortete Bridget schnell.
