
Wenn er annahm, daß sich seine beiden Besucher damit zufriedengeben würden, täuschte er sich. Sie wollten kein Mitgefühl, sie wollten praktische Hilfe. Jesmond begann erneut die Vorzüge eines englischen Weihnachtsfestes aufzuzählen.
»Ein wirklich traditionelles Weihnachtsfest wird nur noch selten gefeiert. Heute begehen viele Leute das Fest in Hotels. Ein Weihnachten aber - mit versammelter Familie, mit den Kindern, die sich mit ihren Strümpfen voller Geschenke beschäftigen, mit dem Christbaum, mit Truthahn und Plum-pudding, den Weihnachtsplätzchen und dem Schneemann draußen vor dem Fenster ...«
Hercule Poirot unterbrach ihn. Er liebte Genauigkeit.
»Um einen Schneemann zu bauen, braucht man Schnee«, sagte er mit ernster Miene. »Man kann selbst für ein wirklich englisches Weihnachtsfest keinen Schnee bestellen.«
»Ich sprach heute vormittag mit einem meiner Freunde aus dem meteorologischen Institut. Er erzählte mir, daß wir Weihnachten wahrscheinlich Schnee haben werden.«
Das hätte er nicht sagen sollen. Es schauderte Hercule Poi-rot noch heftiger als zuvor.
»Schnee auf dem Land! Das wäre ja furchtbar. Und dann noch in einem großen, uralten Herrenhaus aus Stein.«
»Das ist nicht schlimm. Es hat Zentralheizung. Man heizt mit Öl.«
»Es gibt in Kings Lacey eine Zentralheizung?« fragte Poirot.
Jesmond nutzte die Gelegenheit.
»Ja, bestimmt, es ist eine ausgezeichnete Warmwasserheizung. In jedem Schlafzimmer stehen Heizkörper. Ich versichere Ihnen, mein lieber Monsieur Poirot, Kings Lacey ist der Komfort schlechthin für den Winter. Es könnte sogar sein, daß es Ihnen zu warm wird.«
»Das ist unwahrscheinlich.«
Jesmond änderte das Thema. Erfahrung hatte ihn klug gemacht. In vertraulichem Ton fuhr er fort: »Sie können sicherlich verstehen, in welchem Dilemma wir uns befinden.«
Hercule Poirot nickte. Es war tatsächlich kein leichtes Problem ...
