Das Mädchen nickte. «Ja. Was soll ich mit den Papieren anfangen?»

«Ich werde in der Spalte ‹Persönliches› in der Times eine Anzeige einsetzen lassen, die mit ‹Bordkamerad› beginnt. Falls Sie nach drei Tagen nichts finden, wissen Sie, dass ich auf dem Meeresgrund liege. Dann bringen Sie das Paket in die amerikanische Botschaft und übergeben es dem Botschafter persönlich. Ist das klar?»

«Vollkommen.»

«Gut. Dann passen Sie auf, ich werde mich jetzt von Ihnen verabschieden.» Er nahm ihre Hand in die seine. «Leben Sie wohl. Und alles Gute!», sagte er nun lauter.

Ihre Hand schloss sich um das kleine Paket in Öltuch, das er in der Hand gehalten hatte.

Die Lusitania neigte sich heftig nach Steuerbord. Das Mädchen gehorchte einem knappen Befehl und ging zur Reling, um in das Rettungsboot zu steigen. 

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«Tommy, alter Bursche!»

«Tuppence, alte Nuss!»

Der junge Mann und das Mädchen begrüßten einander herzlich und versperrten für einen Augenblick den Ausgang der Untergrundbahn in der Dover Street. Die Bezeichnung «alt» war einigermaßen irreführend. Ihre Jahre hätten, zusammengerechnet, kaum fünfundvierzig ausgemacht.

«Habe dich ja seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen», fuhr der junge Mann fort. «Wohin willst du denn? Komm, geh mit mir eine Kleinigkeit essen. Wenn wir hier noch lange im Weg herumstehen, machen wir uns nur unbeliebt.»

Das Mädchen war einverstanden und sie gingen die Dover Street hinunter auf Piccadilly zu.

«Wo gehen wir denn hin?», meinte Tommy.

Die Unruhe, die in seiner Stimme mitschwang, war Miss Prudence Cowley, im Freundeskreis aus unerfindlichen Gründen «Tuppence» genannt, nicht entgangen. Sofort hakte sie ein: «Tommy, du bist pleite!»



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