
»Guðlaugur?«, sagte sie und löste sein Problem. »Das war heute Morgen, weil ich ihn an die Weihnachtsfeier erinnern wollte. Ich traf ihn bei der Drehtür. Er war im Dienst.
Er war Portier hier im Hotel, wie du vielleicht weißt. Und vielleicht sogar mehr als Portier, eigentlich Hausmeister.
Hat alles Mögliche repariert und so.«
»Hilfsbereit?«, fragte Erlendur.
»Wie bitte?«
»Freundlich und hilfsbereit, meine ich, oder musste man ständig hinter ihm her sein?«
»Das weiß ich nicht. Spielt es eine Rolle? Für mich hat er nie etwas gemacht. Oder besser gesagt, ich brauchte ihn nie in Anspruch zu nehmen.«
»Weswegen spielte er den Weihnachtsmann? War er kinderlieb? Komisch? Lustig?«
»Das war schon so, als ich hier angefangen habe. Ich arbeite seit drei Jahren hier, und dies ist die dritte Weihnachtsfeier, die ich organisiere. Er hat auch bei den anderen beiden den Weihnachtsmann gespielt, aber halt auch schon davor. Er war ganz in Ordnung. Die Kinder hatten ihren Spaß mit ihm.«
Sie machte nicht den Eindruck, als würde ihr Guðlaugurs Tod in irgendeiner Form nahe gehen. Er ging sie nichts an.
Es ging einzig und allein darum, dass der Mord die Marketing und PR-Angelegenheiten durcheinander zu bringen drohte. Erlendur wunderte sich, wie man so gefühlskalt und langweilig sein konnte.
»Aber was für ein Mensch war er?«
»Keine Ahnung«, sagte sie. »Ich habe ihn nie richtig kennen gelernt. Er war Portier. Und Weihnachtsmann. Das waren eigentlich die einzigen Male, wo ich mit ihm gesprochen habe. In seiner Rolle als Weihnachtsmann.«
»Was ist aus der Weihnachtsfeier geworden? Als sich herausstellte, dass der Weihnachtsmann tot war?«
