
»Dann können Sie also voraussagen, was geschehen wird«, wirft Renard, der Agitar-Satyr, ein. »Wenn Sie die Mathematik sehen, können Sie die Gleichungen lösen.«
Der Gedemondas seufzt.
»Was ist die Quadratwurzel von minus zwei?«fragt er selbstzufrieden.
Mavra Tschang erwachte, die Worte des Schnee-Riesen wie immer in den Ohren. Sie hatte diesen Traum seit dem eigentlichen Ereignis tausendmal geträumt. Wie lange war das her? Zweiundzwanzig Jahre, hatte der Ambreza-Doktor gesagt.
Damals war sie siebenundzwanzig gewesen; jetzt ging sie auf die fünfzig zu. All die Jahre, dachte sie, auf ihren Polstern liegend. Ein ganzes Leben.
Sie dachte nicht mehr an die Zeit, in der sie menschlich gewesen war. Sie wußte, daß man ihr das vor zweiundzwanzig Jahren bei der Hypnosebehandlung eingeprägt hatte, aber mit der Zeit war das durch die Träume und Gedanken verblaßt.
Sie erinnerte sich an die Gedemondas, auch wenn diese Wesen dafür gesorgt hatten, daß sonst niemand eine Erinnerung an sie hatte — an ihre Macht und Weisheit, daran, wie einer von ihnen nur den Finger auf die Antriebskapsel gerichtet hatte, worauf sie hinabgestürzt und explodiert war.
Sie erinnerte sich, von den Olborniern gefangengenommen und in einen Tempel gebracht worden zu sein, wo man ihre Glieder mit dem seltsamen Stein berührt hatte. Aber sie wußte nicht mehr, wie das Leben vorher gewesen war.
Gewiß, sie erinnerte sich an ihre Vergangenheit, aber irgendwo, Jahre zuvor, war in ihr etwas gerissen. Sie hatte diese Dinge nur schief und verzerrt im Gedächtnis; alle, die sie gekannt hatte, sahen aus wie sie — die Bettler, die Huren, die Piloten, ihr Mann.
