Sie nickte, streckte die Hände aus und berührte die weißen Aufschläge seines Uniformrocks, ließ dann die Finger auf dem Knauf seines Säbels ruhen.»Ich warte auf dich, mein lieber Richard. «Sie schlug die Augen nieder.»Und auch falls du auf See bist, wenn unser Kind geboren wird, wirst du trotzdem bei mir sein.»

Alldays stämmige Gestalt erschien neben der Türöffnung.»Das Boot wartet, Captain. Ich habe alles so verstaut, wie Ma'am befohlen hat. «Er blickte sie bewundernd an.»Und machen Sie sich keine Sorgen, Ma'am. Ich werde gut auf ihn aufpassen.»

Sie klammerte sich an Bolithos Arm und flüsterte:»Tue du das auch; ich bete zu Gott, daß er euch beide beschützt.»

Bolitho löste ihre Finger von seinem Arm und küßte sie sanft. Er fühlte sich elend und hätte gern Worte gefunden, die den Abschied leichter machten. Aber er wußte auch, daß es diese Worte nicht gab und nie gegeben hatte.

Er griff nach seinem goldbetreßten Hut und drückte ihn sich in die Stirn. Dann hielt er Cheney noch einmal für einige Sekunden mit seinem Blick fest, spürte ihren Schmerz, begriff ihren Verlust, und wandte sich dann ohne ein weiteres Wort ab und schritt zur Treppe.

Der Wirt verneigte sich, als Bolitho zur Haustür ging, sein rundes Gesicht war feierlich, als er intonierte:»Viel Glück, Captain, und bringen Sie ein paar Froschfresser für uns um.»

Bolitho nickte nur knapp und ließ sich von Allday den schweren Bootsmantel um die Schultern legen. Die Worte des Wirts waren bedeutungslos; wahrscheinlich sagte er dasselbe zu der endlosen Prozession der Kommandanten und Offiziere, die sich kurz unter seinem Dach aufhielten, ehe sie auf ihre Schiffe zurückkehrten, manche von ihnen zum letzten Mal.

Er erblickte sich in dem Wandspiegel neben der Glocke für den Hausdiener und sah, daß er die Stirn runzelte.



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