
«Sind Sie nicht hart mit ihm umgesprungen?«fragte sie zweifelnd, als ich absaß.»Vielleicht zu hart, Kit?«
Ich klopfte Cascades dampfenden Hals, fühlte den Schweiß unter meinen Fingern. Manch anderes Pferd wäre unter so starker Belastung zusammengebrochen.
«Er ist tapfer«, sagte ich.»Er gibt alles, was er hat.«
Sie sah zu, wie ich die Gurte löste und den Sattel auf meinen Arm gleiten ließ. Ihr Pferd stand reglos vor Müdigkeit da, während Dusty, der Reisefuttermeister, den tropfnassen braunen Körper in eine Schweißdecke hüllte, um ihn warmzuhalten.
«Sie brauchen nichts zu beweisen, Kit«, sagte die Prinzessin vernehmlich.»Weder mir noch sonst jemandem.«
Ich hörte auf, die Gurte um den Sattel zu legen, und schaute sie überrascht an. Sie sagte fast nie etwas so Persönliches und auch nicht derart direkt. Ich muß so betroffen ausgesehen haben, wie ich mich fühlte.
Langsam steckte ich die Gurte fest.
«Ich sollte mich zurückwiegen«, meinte ich zögernd.
Sie nickte.
«Vielen Dank«, sagte ich.
Sie nickte nochmals und tätschelte mir den Arm, eine kleine vertraute Geste, die immer Verstehen und Entlassung beinhaltete. Ich wandte mich ab, um in den Waageraum zu gehen, und sah einen der Stewards entschlossen auf Cascade zusteuern, den er aufmerksam betrachtete. Stewards schauten meistens so, wenn sie gehetzte Pferde auf Anzeichen von Mißhandlung untersuchten, aber hinter dem Eifer dieses Stewards lag weit mehr als simple Tierliebe.
Bestürzt hielt ich im Gehen inne, und die Prinzessin wandte den Kopf, um meinem Blick zu folgen, worauf sie mich sofort wieder ansah. In ihren blauen Augen blitzte Verständnis auf.
«Gehen Sie nur«, sagte sie.»Wiegen Sie sich zurück.«
