
„Und sich geirrt“, warf der Pilot ein. Da alles nach einem längeren Vortrag aussah, setzte er den Helm in die Ecke, lehnte sich im Sessel zurück und faltete wie ein braver Schüler die Hände. Er wußte nicht, ob Gosse ihn mit der Route vertraut machen oder von ihr abschrecken wollte, aber die Situation war nach seinem Geschmack. „Das ist es eben. Unter dem Fels liegt eine Gefrornis aus Kohlenwasserstoffen, eine Schweinerei, die man durch Tiefenbohrungen entdeckt hat. Ewiges Eis, aber falsch, denn es ist aus Kohlenwasserstoffpolymeren. Es schmilzt nicht einmal bei null Grad Celsius, und wir haben hier nie eine höhere Temperatur als minus achtzig Grad registriert. Innerhalb der Depression wimmelt es von alten Calderen und erloschenen Geisern. Die Experten sahen darin Überreste von Vulkantätigkeit. Als diese Geiser wieder losgingen, kamen Gäste mit Hochschulbildung angereist. Die Seismoakustik entdeckte tief unter dem Fels ein Höhlennetz, so verzweigt, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Man machte eine speläologische Expertise — die Leute kamen um, die Versicherungen zahlten, also machte schließlich ein Konsortium Geld locker. Dann kamen die Astronomen dazu: Wenn die Saturnmonde zwischen Titan und Sonne stehen, tritt die Tide der Gravitation in ihr Maximum, der Festlandschild gerät unter Druck, und aus den Herden unter der Mantia wird Magma gepreßt. Der Titan hat immer noch einen heißen Kern. Das Magma erstarrt, bevor es aus den Kaminen gelangt, erwärmt aber dabei ganz Orland. Das Märe Hynicum ist wie Wasser und der Untergrund Orlands wie ein Schwamm. Die verstopften unterirdischen Flußläufe werden durchlässig, und so entstehen die Geiser. Der Druck reicht bis zu tausend Atmosphären. Man weiß nie vorher, wo die Sauerei hervorschießt. Und Sie wünschen sich unbedingt dorthin zu begeben, ja?“
