Mit dröhnender Hupe donnerte ein Sattelschlepper an ihm vorbei. Übermütig hupte Hunt seinerseits und ließ dazu die Lichthupe aufflammen, doch der Truck war schon weit vor ihm, und Hunts Versuch der Aufsässigkeit missglückte. Matt und kraftlos strahlte sein Fernlicht nur noch die Heckklappe des Lasters an, der in der Ferne verschwand.

Gegen drei Uhr früh erreichte er Blythe, und ehe die Sonne über Casa Grande aufging, hatte Hunt bereits Phoenix passiert und hielt Richtung Süden auf Tucson zu. Er frühstückte in einem Fast-Food-Schuppen für Trucker und bestellte eine übermäßig fettige Mahlzeit, die Eileen ihm niemals hätte durchgehen lassen; schließlich war so etwas nicht gut für die Arterien. Und so saß er hier, in einem Fernfahrer-Imbiss mitten in der Wüste, stopfte sich mit Fett und Kalorien voll und starrte auf ein handgemaltes Schild draußen, auf dem »HOLT DIE US AUS DER UN« stand.

Auch wenn die Trennung in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt war - verzweifelt hatten sie beide versucht, dieser Hölle aus Streitereien, Geschrei und noch unschöneren Dingen zu entrinnen, zu der ihre Beziehung verkommen war -, musste Hunt in letzter Zeit doch oft an Eileen denken. Er dachte daran, wie er mit ihr zusammengelebt hatte, und versuchte jetzt, sich eine Zukunft ohne sie vorzustellen, doch es wollte ihm nicht gelingen.

Sicher, er fühlte sich freier, als er jemals gewesen war und vielleicht jemals wieder sein würde. Die ganze Welt stand ihm offen. Er konnte hingehen, wohin er wollte. Er konnte nach New Orleans oder nach New York, nach Miami oder Seattle, Chicago oder Honolulu. Aber das wollte er gar nicht, erkannte er nun. Er wollte nach Tucson. Dort war er geboren, dort war er aufgewachsen und zur Schule gegangen, dort hatte er Eileen kennen gelernt. Und jetzt zog er wie ein geprügelter Hund mit eingekniffenem Schwanz ab ...



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