
Dick Francis
Gefilmt
Kapitel 1
Naßgeschwitzt, durstig, eingeengt und zum aus der Haut fahren müde.Zynisch zählte ich meine Leiden.Sie waren beträchtlich. In mehr als einer Hinsicht beträchtlich.
Ich saß auf dem Fahrersitz einer aerodynamischen Sportwagen-Sonderanfertigung, dem ausrangierten Spielzeug des Sohnes eines Ölscheichs. Ich saß nun bereits seit fast drei Tagen dort. Vor mir erstreckte sich die sonnendürre Ebene bis hin zu ein paar fernen, braun und violetten Hügeln, und deren bucklige Formen blieben Stunde um Stunde genau, wo sie waren, am Horizont, denn der 150 Meilen schnelle Sportwagen bewegte sich nicht von der Stelle.
Und ich auch nicht. Verdrießlich sah ich auf die massiven blanken Handschellen, die sich um meine Handgelenke spannten. Einer meiner Arme war von innen durch das Lenkrad geführt, der andere außen rum, so daß ich regelrecht an das Steuer gefesselt war und daher fest mit dem Wagen verbunden.
Dazu kam noch die Kleinigkeit mit dem Sicherheitsgurt. Der Sportwagen sprang nur an, wenn man den Gurt geschlossen hatte. Jetzt steckte zwar kein Schlüssel in der Zündung, aber festgeschnallt war ich trotzdem: Der Gurt lag quer über meinem Magen und schräg über meiner Brust.
Ich bekam die Beine nicht aus ihrer gestreckten Sportflitzerposition heraus, um das Lenkrad mit den Füßen zu attackieren. Ich hatte es versucht. Ich war zu groß und konnte die Knie nicht weit genug anziehen. Außerdem war das Steuer auch nicht aus — möglicherweise zerbrechlichem — Kunststoff. Wer sündhaft teure Autos wie diese Spezialanfertigung baute, hatte mit Plastiklenkrädern nichts im Sinn. Das Teil hier war aus lederbezogenem Metall, mit kleinem Durchmesser, so beständig wie der Mont Blanc.
Ich hatte es gründlich satt, in dem Wagen zu sitzen. Jeder Muskel in meinen Beinen, dem Rücken und den Armen protestierte energisch gegen das Eingezwängtsein. Eine harte, schwere Eisenklammer hinter meinen Augen zog sich zu einem spürbaren Schmerz zusammen.
