Von weiter hinten, aus einem anderen Winkel, hatte die Mitchell mit ihrem 300-Meter-Magazin dieselbe Szene aufgenommen. Lucky, der sie bediente, wich geflissentlich meinem Blick aus, wie er es schon seit dem Frühstück tat. Er dachte, ich sei sauer auf ihn, weil sich herausgestellt hatte, daß seine letzten Aufnahmen von gestern — auch wenn er schwor, daß er nichts dafür konnte — verschleiert waren. Ich hatte ihn unter den Umständen recht mild gebeten, darauf zu achten, daß heute nicht wieder was danebenging, da ich glaubte, nicht mehr allzu viele Wiederholungen von Szene 623 ertragen zu können.

Seitdem hatten wir sie sechsmal neu aufgenommen. Unterbrochen allerdings von einer kurzen Mittagspause, das gebe ich zu.

Evan Pentelow hatte sich laut und oft bei jedermann entschuldigt, daß wir die Szene eben immer wieder drehen müßten, bis ich sie richtig hinbekäme. Nach jeder zweiten Aufnahme änderte er seine Meinung darüber, wie sie sein sollte, und obwohl ich mich ziemlich genau an seine minutiösen Regieanweisungen hielt, hatte er sich noch kein einziges Mal zufrieden geäußert.

Jedes einzelne Mitglied des Teams, das zum Abschluß der Außenaufnahmen nach Südspanien gekommen war, wußte, welche Feindseligkeit hinter der disziplinierten Höflichkeit lag, mit der er mich ansprach — und mit der ich ihm antwortete. Angeblich hatten sie Wetten darauf abgeschlossen, wie lange ich mich beherrschen würde.

Das Mädchen, das den kostbaren Schlüssel für die Handschellen verwahrte, kam langsam von dem am weitesten entfernten grünen Sonnendach herüber, unter dem das Scriptgirl, die Maskenbildnerin und die Kostümfrau erschöpft auf ausgebreiteten Handtüchern saßen. Feuchte Haarkringel klebten am Hals des Mädchens, als sie die Wagentür öffnete und den Schlüssel ins Loch steckte. Es waren die bei der britischen Polizei üblichen Handschellen mit der Schraube, die zu öffnen man Kraft braucht, und sie hatte immer etwas Mühe, den Schlüssel um die entscheidenden letzten Widerstände herumzudrehen.



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