
Ich fuhr den Moke ohne Hast zu der zweihundert Meter entfernten Senke, in der im Halbkreis die Wohnwagen standen.
Ein armseliger Baum warf einen dünnen Schatten, besser als nichts für den Moke, und so hielt ich dort an und ging zu Fuß zu dem Wohnwagen hinüber, der mir als Garderobe zugeteilt war.
Die klimatisierte Luft im Innern wirkte wie eine frische Brise und fühlte sich fantastisch an. Ich lockerte meinen Schlips, knöpfte den obersten Knopf an meinem Hemd auf, holte ein Bier aus dem Kühlschrank und setzte mich müde auf die Liege, um es zu trinken.
Evan Pentelow war damit beschäftigt, eine alte Rechnung zu begleichen, und leider gab es für mich keine Möglichkeit, ihn daran zu hindern. Ich hatte bisher erst einmal mit ihm gearbeitet, bei seinem ersten großen Film und meinem siebten, und zum Schluß konnten wir uns nicht mehr ausstehen. Die Lage hatte sich auch nicht dadurch gebessert, daß ich es anschließend abgelehnt hatte, unter seiner Regie zu filmen, ein Umstand, durch den ihm mindestens zwei Kassenknüller entgangen waren, die er sonst hätte ergattern können.
Evan war der Liebling jener Kritiker, die glaubten, daß Schauspieler nur spielen können, wenn der Regisseur ihnen haarklein sagt, was zu tun ist. Evan machte keine halben Sachen: Er sah es gern, wenn seine Filme als» der neue Pentelow «bezeichnet wurden, und das erreichte er, indem er die Leichtgläubigen überzeugte, daß die ganze Kiste von A bis Z auf sein Talent zurückging — und nur auf seines. Egal, was für ein alter Hase ein Schauspieler war, Evan brachte ihm rigoros sein Handwerk bei. Evan erörterte nicht, wie eine Szene gespielt, ein Wort betont werden sollte. Er schrieb es vor.
Er hatte etliche große Namen auf Normalmaß gestutzt, ihnen zweifelhaftes Lob eingebracht wie etwa:»Pentelow ist es gelungen, ein ansprechendes Spiel aus Miss XY Superstar herauszuholen. «Und er merkte sich jeden, der ihm, wie ich, keine Gelegenheit dazu gab.
