An dem Tag, als Derry Welfram starb, fuhr ich heim nach London und fragte mich einmal mehr und wie so viele Leute schon so oft, welches Druckmittel Filmer gegen Gideon eingesetzt haben mochte. Erpresser waren weitgehend arbeitslos geworden, seit Ehebruch und Homosexualität durch alle Medien geisterten, und man konnte sich den altmodischen, aufrechten Ezra Gideon nicht als Missetäter einer neu in Mode gekommenen Spielart, etwa als Insider-Händler oder Kinderschänder vorstellen. Und doch hätte er Filmer ohne überaus zwingenden Grund niemals zwei solche Pferde verkauft und sich um das größte Vergnügen seines Lebens gebracht.

Armer alter Mann, dachte ich. Derry Welfram oder jemand ähnliches hatte ihm zugesetzt, so wie den Zeugen, wie dem toten Paul Shacklebury in seinem Graben. Armer alter Mann — zu viel Angst vor den Folgen, um sich helfen zu lassen.

Bevor ich zu Hause ankam, summte noch einmal das Telefon in meinem Wagen, und ich ergriff den Hörer und hörte Millingtons Stimme.

«Der Chef möchte Sie sehen«, sagte er.»Heute abend um acht, an gewohnter Stelle. Irgendwelche Einwände?«

«Nein«, sagte ich.»Ich werde dort sein. Wissen Sie… ehm… warum?«

«Ich nehme an«, sagte Millington,»weil Ezra Gideon sich erschossen hat.«

Kapitel 2

Der Chef, Brigadier Valentine Catto, Sicherheitsdirektor des Jockey Club, war klein, mager und ein Kommandeur vom gelichteten blonden Scheitel bis zu den polierten Schuhspitzen. Er verfügte über all das Organisationstalent, das man brauchte, um in der Armee aufzusteigen, er war intelligent, ruhig und hörte einem aufmerksam zu.

Ich lernte ihn kennen, als der alte Clement Cornborough mich irgendwann erneut zum Lunch einlud, um, wie er sagte, eingehend die Auflösung der Treuhandschaft zu besprechen, die er vor zwanzig Jahren für mich übernommen hatte. Eine kleine Feier, sagte er. In seinem Club.



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