Zu 2.) Was meine letzte Ausflucht in das Eheversprechen betrifft: Mehr als mich selbst einen »Vollidioten« zu schimpfen, kann ich ohnehin nicht. Aber die sarkastisch-moralinsaure Emmi mit Schuhgröße 37 setzt zur Ehrenrettung des Ehegelübdes noch eins drauf, vermutlich mit zugekniffenen Augen und Geifer vor dem Mund.

Zu 3.) Tut mir Leid, ich war noch nie verheiratet! Sie? - Mehrmals, stimmt's?

Zu 4.) Da ist wieder der Mann von Punkt eins, an den ich Sie erinnere, der Mann, der lieber von der Realität überholte Liebesbriefe liest als Ihnen dauerhafte Liebe beweist. Vielleicht waren es sogar mehrere Männer in Ihrem Leben.

Zu 5.) Ja, in dem Augenblick, als die Weihnachtsgrüße von Ihnen einlangten, spürte ich, dass ich Marlene verloren hatte.

Zu 6.) Ich habe Ihnen damals geantwortet, um mich von meinem Scheitern abzulenken, Emmi. Und bis heute habe ich die Unterhaltung mit Ihnen als einen Teil meiner Marlene-Verarbeitungstherapie betrachtet.

Zu 7.) Ach ja, schreiben Sie mir nur! Schreiben Sie sich Ihren gesamten Frust über Männer von der Seele. Seien Sie ungehemmt selbstgerecht, zynisch, schadenfroh. Wenn es Ihnen nachher besser geht, hat meine Mailadresse ihren Zweck erfüllt. Wenn nicht, dann gönnen Sie sich (oder Ihrer Mutter) einfach wieder ein Like-Abonnement und bestellen Sie den »Leike« ab. Schönen Montagnachmittag, Leo.


Elf Minuten später

RE:

Oh je! Ich habe Sie verletzt. Das wollte ich nicht. Ich dachte, Sie halten das aus. Da habe ich Ihnen zu viel zugemutet. Ich werde in innere Klausur gehen. Gute Nacht, Emmi.

PS: Zu Punkt drei: Ich war erst einmal verheiratet. - Und bin es noch immer!



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