Ich habe leider einen chronischen »Ei«- Fehler, also eigentlich einen »E«-vor-»I«-Fehler. Wenn ich schnell schreibe, und es soll ein »I« folgen, rutscht mir immer wieder ein »E« hinein. Es ist so, dass sich da meine beiden Mittelfingerkuppen auf der Tastatur bekriegen. Die linke will immer schneller als die rechte sein. Ich bin nämlich eine gebürtige Linkshänderin, die in der Schule auf rechts umgepolt wurde. Das hat mir die Linke bis heute nicht verziehen. Immer schiebt sie mit der Mittelfingerkuppe ein »E« hinein, bevor die Rechte ein »I« setzen kann. Verzeihen Sie die Belästigung, kommt (wahrscheinlich) nicht wieder vor. Schönen Abend noch, E. Rothner.


Vier Minuten später

AW:

Liebe Frau Rothner, darf ich Ihnen eine Frage stellen? Und hier noch eine zweite: Wie lange haben Sie für Ihre E-Mail mit der Darlegung Ihres »Ei«-Fehlers gebraucht? Lg, Leo Leike.


Drei Minuten später

RE:

Zwei Fragen zurück: Wie lange schätzen Sie? Und warum fragen Sie?


Acht Minuten später

AW:

Ich schätze, Sie haben nicht länger als zwanzig Sekunden dafür gebraucht. Für diesen Fall gratuliere ich Ihnen: In der kurzen Zeit ist Ihnen eine tadellose Mitteilung gelungen. Sie hat mich zum Schmunzeln gebracht. Und das schafft heute Abend sonst wohl nichts und niemand mehr. Auf Ihre zweite Frage, warum ich frage: Ich bin beruflich derzeit auch mit der Sprache von E-Mails befasst. Und nun noch einmal meine Frage: Nicht länger als zwanzig Sekunden, liege ich richtig?


Drei Minuten später

RE:

Soso, Sie sind beruflich mit E-Mails befasst. Klingt spannend, allerdings fühle ich mich jetzt ein bisschen wie eine Testperson. Aber egal. Haben Sie eigentlich eine Homepage? Wenn nein, wollen Sie eine? Wenn ja, wollen Sie eine schönere? Ich bin nämlich beruflich mit Homepages befasst.



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