
»Dieser Bronco ist ein Pferd?«
»Nein, das nicht«, entgegnete ich.
»Mr. Carson, ich bin mir wirklich nicht länger dessen sicher, ob ich weiß, wer Sie sind oder was Sie beabsichtigen.«
»Ich bin Kompositor-Operateur, Mr. Bell. Ich beabsichtige eine Komposition des Planeten Erde zu schaffen.«
Er nickte mit weiser Miene. Jeder Zweifel schien von ihm gewichen zu sein. »Ach, ja, eine Komposition. Ich hätte es mir denken sollen. Sie besitzen eine Ausstrahlung von Einfühlsamkeit. Und Sie hätten keinen besseren Gegenstand oder besseren Ort wählen können. Hier auf unserer Mutter Erde werden Sie eine Inspiration erhalten wie sonst nirgendwo. Dieser Planet weist eine gewisse - wie soll ich sagen? - flüchtige Eigenschaft auf, die sich bisher der Beschreibung entzogen hat. Jeder Hügel und jedes Tal klingt von eigener Musik wieder ...«
»Nicht Musik«, meinte ich. »Nicht Musik.«
»Sie wollen sagen, eine Komposition ist keine Musik?«
»Nicht in diesem Sinn. Eine Komposition ist wesentlich mehr als nur Musik. Sie ist eine totale Kunstform. Sie schließt Musik ein, aber ebenso umfaßt sie das geschriebene und gesprochene Wort, Bildhauerei, Malerei, Gesang.«
»Sie meinen, das alles machen Sie?«
Ich schüttelte den Kopf. »In Wirklichkeit mache ich das wenigste. Bronco leistet die Hauptsache.«
Er klatschte in die Hände. »Ich fürchte«, sagte er, »nun komme ich ganz durcheinander.«
»Bronco ist ein Kompositor«, erklärte ich. »Er absorbiert die Stimmung, die visuellen Eindrücke, die unterschwelligen Nuancen, die Geräusche und Formen, die Gestalt. All das nimmt er auf und verarbeitet es zu einem Produkt. Keinem restlos fertigen Produkt, doch den Grundzügen und Grundstoffen des Produkts. Damit setze ich dann die Arbeit fort. Wir beide arbeiten zusammen. Zeitweise - so kann man, wie ich glaube, wohl sagen -werde ich zu einem Teil von ihm. Er sammelt die Basismaterialien, und ich liefere die Interpretation, allerdings nicht die ganze. Das machen wir ebenfalls arbeitsteilig. Es wird nun, fürchte ich, ein bißchen schwierig zu erläutern ...«
