Sie am Klaviere mehr sehn und ihre Liedchen vernehmen.»

Doch der Vater fuhr auf und sprach die zornigen Worte:

«Wenig Freud' erleb ich an dir! Ich sagt' es doch immer,

Als du zu Pferden nur und Lust nur bezeugtest zum Acker:

Was ein Knecht schon verrichtet des wohlbegüterten Mannes,

Tust du; indessen muß der Vater des Sohnes entbehren,

Der ihm zur Ehre doch auch vor andern Bürgern sich zeigte.

Und so täuschte mich früh mit leerer Hoffnung die Mutter,

Wenn in der Schule das Lesen und Schreiben und Lernen dir niemals

Wie den andern gelang und du immer der Unterste saßest.

Freilich! das kommt daher, wenn Ehrgefühl nicht im Busen

Eines Jünglinges lebt und wenn er nicht höher hinauf will.

Hätte mein Vater gesorgt für mich, so wie ich für dich tat,

Mich zur Schule gesendet und mir die Lehrer gehalten,

Ja, ich wäre was anders als Wirt zum Goldenen Löwen!»

Aber der Sohn stand auf und nahte sich schweigend der Türe,

Langsam und ohne Geräusch; allein der Vater, entrüstet,

Rief ihm nach:»So gehe nur hin! ich kenne den Trotzkopf!

Geh und führe fortan die Wirtschaft, daß ich nicht schelte;

Aber denke nur nicht, du wollest ein bäurisches Mädchen

Je mir bringen ins Haus, als Schwiegertochter, die Trulle!

Lange hab ich gelebt und weiß mit Menschen zu handeln,

Weiß zu bewirten die Herren und Frauen, daß sie zufrieden

Von mir weggehn, ich weiß den Fremden gefällig zu schmeicheln.

Aber so soll mir denn auch ein Schwiegertöchterchen endlich

Wiederbegegnen und so mir die viele Mühe versüßen!

Spielen soll sie mir auch das Klavier; es sollen die schönsten,

Besten Leute der Stadt sich mit Vergnügen versammeln,

Wie es sonntags geschieht im Hause des Nachbars!«Da drückte



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