Dieser sprach:»Ich tadle nicht gern, was immer dem Menschen

Für unschädliche Triebe die gute Mutter Natur gab;

Denn was Verstand und Vernunft nicht immer vermögen, vermag oft

Solch ein glücklicher Hang, der unwiderstehlich uns leitet.

Lockte die Neugier nicht den Menschen mit heftigen Reizen,

Sagt! erführ' er wohl je, wie schön sich die weltlichen Dinge

Gegeneinander verhalten? Denn erst verlangt er das Neue,

Suchet das Nützliche dann mit unermüdetem Fleiße;

Endlich begehrt er das Gute, das ihn erhebet und wert macht.

In der Jugend ist ihm ein froher Gefährte der Leichtsinn,

Der die Gefahr ihm verbirgt und heilsam geschwinde die Spuren

Tilget des schmerzlichen Übels, sobald es nur irgend vorbeizog.

Freilich ist er zu preisen, der Mann, dem in reiferen Jahren

Sich der gesetzte Verstand aus solchem Frohsinn entwickelt,

Der im Glück wie im Unglück sich eifrig und tätig bestrebet;

Denn das Gute bringt er hervor und ersetzet den Schaden.»

Freundlich begann sogleich die ungeduldige Hausfrau:

«Saget uns, was ihr gesehn; denn das begehrt' ich zu wissen.»

«Schwerlich«, versetzte darauf der Apotheker mit Nachdruck,

«Werd ich so bald mich freun nach dem, was ich alles erfahren.

Und wer erzählet es wohl, das mannigfaltigste Elend!

Schon von ferne sahn wir den Staub, noch eh' wir die Wiesen

Abwärts kamen; der Zug war schon von Hügel zu Hügel

Unabsehlich dahin, man konnte wenig erkennen.

Als wir nun aber den Weg, der quer durchs Tal geht, erreichten,

War Gedräng und Getümmel noch groß der Wandrer und Wagen.

Leider sahen wir noch genug der Armen vorbeiziehn,

Konnten einzeln erfahren, wie bitter die schmerzliche Flucht sei,

Und wie froh das Gefühl des eilig geretteten Lebens.



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