Wird, in unserer Kirche, die Glocke dann tönt zu der Orgel,

Und die Trompete schmettert, das hohe,Te Deum. begleitend -

Möge mein Hermann doch auch an diesem Tage, Herr Pfarrer,

Mit der Braut, entschlossen, vor Euch am Altare sich stellen,

Und das glückliche Fest, in allen den Landen begangen,

Auch mir künftig erscheinen, der häuslichen Freuden ein Jahrstag!

Aber ungern seh ich den Jüngling, der immer so tätig

Mir in dem Hause sich regt, nach außen langsam und schüchtern.

Wenig findet er Lust, sich unter Leuten zu zeigen;

Ja, er vermeidet sogar der jungen Mädchen Gesellschaft

Und den fröhlichen Tanz, den alle Jugend begehret.»

Also sprach er und horchte. Man hörte der stampfenden Pferde

Fernes Getöse sich nahn, man hörte den rollenden Wagen,

Der mit gewaltiger Eile nun donnert' unter den Torweg.

Terpsichore

Hermann

Als nun der wohlgebildete Sohn ins Zimmer hereintrat,

Schaute der Prediger ihm mit scharfen Blicken entgegen

Und betrachtete seine Gestalt und sein ganzes Benehmen

Mit dem Auge des Forschers, der leicht die Mienen enträtselt,

Lächelte dann und sprach zu ihm mit traulichen Worten:

«Kommt Ihr doch als ein veränderter Mensch! Ich habe noch niemals

Euch so munter gesehn und Eure Blicke so lebhaft.

Fröhlich kommt Ihr und heiter; man sieht, Ihr habet die Gaben

Unter die Armen verteilt und ihren Segen empfangen.»

Ruhig erwiderte drauf der Sohn, mit ernstlichen Worten:

«Ob ich löblich gehandelt? ich weiß es nicht; aber mein Herz hat

Mich geheißen zu tun, so wie ich genau nun erzähle.

Mutter, Ihr kramtet so lange, die alten Stücke zu suchen



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