Als sie den Fuß schon auf der Schwelle und die Hand am Türknauf hatte, verspürte Martha Hale kurz das Gefühl, die Schwelle nicht überschreiten zu können. Der Grund, weshalb sie sie jetzt nicht überschreiten konnte, bestand schlichtweg darin, dass sie sie vorher noch nie überschritten hatte. Immer wieder war es ihr durch den Kopf gegangen:»Ich sollte mal rüber und Minnie Foster besuchen. «Für sie war sie immer noch Minnie Foster, obwohl sie schon seit zwanzig Jahren Mrs. Wright hieß.

Doch es war immer irgendetwas zu tun gewesen, worüber sie Minnie Foster dann wieder vergaß. Jetzt aber konnte sie kommen.

Die Männer gingen zum Herd hinüber. Die Frauen standen dicht nebeneinander an der Tür. Henderson, der junge Bezirksstaatsanwalt, wandte sich um und sagte:

«Kommen Sie doch ans Feuer, meine Damen.« Mrs. Peters tat einen Schritt vorwärts und blieb dann stehen.

«Mir ist nicht — kalt«, sagte sie.

Also blieben die beiden Frauen an der Tür stehen und sahen sich zunächst nicht einmal in der Küche um.

Die Männer redeten erst darüber, wie gut es doch gewesen sei, dass der Sheriff seinen Stellvertreter in der Frühe zum Feuermachen hergeschickt hatte, dann trat Sheriff Peters vom Herd zurück, knöpfte seinen Mantel auf und stützte die Hände auf dem Küchentisch auf, so dass es aussah, als wollte er nun den offiziellen Teil einleiten.»Also, Mr. Hale«, sagte er in halb amtlichem Ton,»bevor wir hier anfangen herumzuräumen, erzählen Sie Mr. Henderson bitte, was genau Sie gesehen haben, als Sie gestern früh hierher kamen.« Der Bezirksstaatsanwalt sah sich in der Küche um.

«Übrigens«, sagte er,»wurde hier irgendetwas verändert?«Er wandte sich an den Sheriff.»Ist alles so, wie Sie es gestern zurückgelassen haben?« Peters blickte vom Küchenschrank zum Spülbecken und von dort zu einem kleinen, durchgesessenen Schaukelstuhl seitlich am Küchentisch hinüber.



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