
Es ist ihr egal, sagte sie bei sich. Ihr ist es doch gleich, ob Minnie Foster als junges Mädchen hübsche Kleider hatte.
Dann sah sie wieder hin und war sich nicht mehr so sicher; sie war sich eigentlich nie recht sicher gewesen, was Mrs. Peters anging. Die gab sich so unscheinbar und hatte dabei einen Blick, als könnte sie ganz tief in die Dinge hineinsehen.
«Ist das alles, was Sie ihr mitbringen sollen?«, fragte Mrs. Hale.
«Nein«, sagte die Frau des Sheriffs,»sie sagte, sie wolle eine Schürze. Komisch«, bemerkte sie auf ihre nervöse leise Art,»im Gefängnis kann man sich doch eigentlich nicht schmutzig machen, weiß der Himmel. Aber sie will sich vielleicht einfach normaler fühlen. Wenn man dran gewöhnt ist, eine Schürze zu tragen … Sie hat gesagt, sie sind hier im Schrank in der untersten Schublade. Ach, da sind sie ja. Und dann noch ihr kleines Umschlagtuch, das immer an der Treppentür hängt.« Sie holte das kleine graue Umschlagtuch hinter der Tür hervor, die nach oben führte, und betrachtete es eine Weile.
Plötzlich trat Mrs. Hale einen Schritt auf die andere Frau zu.
«Mrs. Peters!« «Ja, Mrs. Hale?« «Glauben Sie, sie — hat es getan?« Ein ängstlicher Ausdruck verschleierte alles andere in Mrs. Peters’ Augen.
«Ach, ich weiß nicht«, sagte sie mit einer Stimme, als wollte sie dem Thema ausweichen.
«Also, ich glaub nicht, dass sie’s war«, behauptete Mrs. Hale fest.»Wo sie doch nach einer Schürze verlangt, nach ihrem kleinen Umschlagtuch. Und sich um ihr Obst Sorgen macht.« «Mr. Peters sagt — «Im oberen Zimmer waren Schritte zu hören. Sie hielt inne, sah nach oben und fuhr dann mit gesenkter Stimme fort:»Mr. Peters sagt — es sieht schlecht für sie aus. Mr. Henderson drückt sich immer furchtbar sarkastisch aus, er wird sich darüber lustig machen, dass sie behauptet, nicht — aufgewacht zu sein.« Eine Zeit lang wusste Mrs. Hale nicht, was sie darauf sagen sollte. Dann meinte sie:»Na, ich nehm an, dass John Wright auch nicht aufgewacht ist — als man ihm den Strick unterm Hals durchgeschoben hat«, murmelte sie.
