
»Sagen Sie, Evelyn - wie ist es? Ist es angenehm?«
Evelyn war so verblüfft, daß sie mich nur wortlos anstarrte. Ich fuhr deshalb fort: »Sie müssen mir verzeihen, wenn ich Sie ausfrage, doch dazu bot sich mir nie eine Gelegenheit. Man hört so widersprüchliche Dinge. Meine Schwägerinnen flüstern miteinander und sprechen von dem Kreuz, das eine Frau zu tragen habe, aber ich habe auch die Dorfmädchen mit ihren Liebsten gesehen, und sie scheinen kein Kreuz zu tragen. Du lieber Himmel! Ich scheine ja nicht einmal die richtigen Worte zu finden. Verstehen Sie, was ich meine?«
Evelyn starrte mich noch immer an, dann schnitt sie eine merkwürdige Grimasse und schlug die Hände vor das Gesicht. Ihre schmalen Schultern bebten.
»Sie müssen entschuldigen«, bat ich. »Natürlich wollte ich nicht ... Und nun werde ich es nie erfahren ...«
Aber da ließ Evelyn die Hände fallen. Ihr Gesicht war rot und noch tränenfeucht - aber sie lachte! Ich glaubte an einen hysterischen Anfall und hob die Hand.
