
Die Kellnerin kam zurück. »Schon gewählt?«
Neala nickte. »Ich nehme euren Terkburger Special und Eistee.« Sie beobachtete, wie die dürre Frau ihre Bestellung mit ernster Miene notierte.
Kann heute Abend denn gar niemand lächeln?, fragte sie sich.
Mit einem solchen Ring am kleinen Finger sollte sich diese Frau wie ein Schneekönig freuen.
»Ein Rindfleischsandwich mit Zwiebeln und Käse«, sagte Sherri. »Pommes und eine Pepsi.«
Die Frau nickte und ging davon.
Sherri sah ihr mit gerunzelter Stirn nach.
»Hast du ihren Ring gesehen?«, fragte Neala in der Hoffnung, die betretene Stimmung zu durchbrechen.
»Wie hätte ich den übersehen können? Das Ding hätte mich fast geblendet.«
»Glaubst du, er ist aus Glas?«
»Für mich hat er ziemlich echt ausgesehen. Natürlich bin ich keine Expertin. Außerdem habe ich meine Juwelierlupe zu Hause gelassen.«
Neala lachte und erblickte den Ansatz eines Lächelns in Sherris Gesicht. »Hat wie ein Ehering ausgesehen«, meinte sie.
»Falscher Finger. Und falsche Hand. Wahrscheinlich ist sie rausgewachsen.«
»Die? Sie besteht ja nur aus Haut und Knochen.«
»Vielleicht ist es ein Freundschaftsring«, schlug Sherri vor. »Ich könnte so einen Freund brauchen. Dem das Geld nur so aus dem Arsch quillt. Wäre ich diese Frau, ich würde innerhalb von etwa zwei Sekunden auf dieses Kaff scheißen. Mir den Kerl schnappen und in die große Stadt verduften.«
Als die Kellnerin ihr Essen brachte, beobachteten sie beide deren Hand.
»Was glaubst du?«, fragte Neala, als sie fort war.
»Ich glaube, er ist echt.«
Neala biss in ihren Terkburger: eine dicke Frikadelle auf Sesambrötchen. Saft rann ihr übers Kinn. Sie wischte ihn mit dem Handrücken ab und griff nach einer Serviette. »Köstlich«, sagte sie.
