O fänd ich auch den Blick der Priesterin,

Der werten, vielgeehrten, deinen Blick,

O heil'ge Jungfrau, heller, leuchtender,

Uns allen gutes Zeichen! Noch bedeckt

Der Gram geheimnisvoll dein Innerstes;

Vergebens harren wir schon jahrelang

Auf ein vertraulich Wort aus deiner Brust.

Solang ich dich an dieser Stätte kenne,

Ist dies der Blick, vor dem ich immer schaudre;

Und wie mit Eisenbanden bleibt die Seele

Ins Innerste des Busens dir geschmiedet.

Iphigenie:

Wie's der Vertriebnen, der Verwaisten ziemt.

Arkas:

Scheinst du dir hier vertrieben und verwaist?

Iphigenie:

Kann uns zum Vaterland die Fremde werden?

Arkas:

Und dir ist fremd das Vaterland geworden.

Iphigenie:

Das ist's, warum mein blutend Herz nicht heilt

In erster Jugend, da sich kaum die Seele

An Vater, Mutter und Geschwister band,

Die neuen Schößlinge, gesellt und lieblich,

Vom Fuß der alten Stämme himmelwärts

Zu dringen strebten: leider faßte da

Ein fremder Fluch mich an und trennte mich

Von den Geliebten, riß das schöne Band

Mit ehrner Faust entzwei. Sie war dahin,

Der Jugend beste Freude, das Gedeihn

Der ersten Jahre. Selbst gerettet, war

Ich nur ein Schatten mir, und frische Lust

Des Lebens blüht in mir nicht wieder auf.

Arkas:

Wenn du dich so unglücklich nennen willst,

So darf ich dich auch wohl undankbar nennen.

Iphigenie:

Dank habt ihr stets.

Arkas:

Doch nicht den reinen Dank,



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