
Es war ein außerordentlicher Glückstreffer, der es gefügt hatte, dass ein so weltweit sensationeller Fall sich ausgerechnet in seinem Bereich zugetragen hatte, und er wäre blöde, wenn er daraus nicht seinen Nutzen zöge. Er hatte eingehend mit den beiden Menschen, die ihm auf der Welt am nächsten standen, darüber gesprochen: mit seiner Frau und seiner Geliebten. Anna, eine Frau mittleren Alters, häßlich, verbittert, von bäuerlicher Herkunft, hatte ihm befohlen, sich dem Flughafen fernzuhalten und im Hintergrund zu bleiben, damit man ihm nicht die Schuld in die Schuhe schieben könnte, wenn etwas schiefginge. Melina, sein süßer, schöner junger Engel, hatte ihm geraten, die Gäste zu begrüßen. Sie war auch seiner Meinung, dass ein solches Ereignis ihn sofort berühmt machen könnte. Wenn Skouri die Sache gut handhabte, bekäme er zumindest eine Gehaltserhöhung, und er würde – so Gott wollte – vielleicht sogar zum Polizeioberkommissar befördert werden, wenn der gegenwärtige Oberkommissar in Pension ging. Zum hundertstenmal sann er über die Ironie nach, dass Melina seine Frau und Anna seine Geliebte war, und fragte sich wieder, was er falsch gemacht hatte.
Jetzt wandte Skouri seine Gedanken dem Kommenden zu. Er musste sichergehen, dass auf dem Flughafen alles vollkommen reibungslos vonstatten ging. Er hatte ein Dutzend seiner besten Leute bei sich. Sein Hauptproblem wäre, wie er sehr wohl wusste, die Presse im Zaum zu halten. Er war über die große Zahl Berichterstatter wichtiger Zeitungen und Magazine erstaunt gewesen, die aus allen Teilen der Welt nach Athen geströmt waren. Er selbst war sechsmal interviewt worden – jedesmal in einer anderen Sprache. Seine Antworten waren in Deutsch, Englisch, Japanisch, Französisch, Italienisch und
Russisch übersetzt worden. Er sonnte sich schon in seiner neuen Berühmtheit, als der Oberkommissar angerufen und ihm mitgeteilt hatte, er hielte es für unklug, dass ein Polizeichef sich öffentlich über einen Mordprozess äußerte, der noch gar nicht stattgefunden hätte.