In der Oberschule, wo er der beste Schüler seiner Klasse gewesen war, verengte sein Interesse sich auf die Astrophysik Schwarzer Löcher. Zwar konnte er sich auch für die Entdeckungen auf dem Mars und draußen unter den Jupitermonden begeistern, doch reichte alles das bei weitem nicht an die Faszination heran, die der Todeskampf von Riesensternen auf ihn ausübte. Wenn er lernen könnte, sagte er sich, wie zusammengestürzte Sterne im Bereich ihrer Schwerefelder die Raumzeit verformten, würde er vielleicht einen Weg finden, wie solche Verformungen sich für interstellare Reisen von Menschen nutzen ließen.

Er träumte davon, im Observatorium auf der erdabgewandten Seite des Mondes zu arbeiten und den Gravitationskollaps ausgebrannter Sterne weit draußen in den Tiefen des interstellaren Raumes zu studieren. Allerdings hatte er gehört, dass es sogar dort im Observatorium Spannungen und Gefahren geben sollte. Trotz aller Kritik von Seiten der Neuen Ethik und der strengen Regeln, die von den Direktoren des Observatoriums festgelegt worden waren, versuchten einige Astronomen noch immer Zeit für die Suche nach Anzeichen außerirdischer Intelligenz zu erübrigen. Wurden verbotene Aktivitäten dieser Art entdeckt, so löste das Direktorium den Arbeitsvertrag des Verantwortlichen und schickte ihn in Unehren nach Hause; seine Berufslaufbahn war damit so gut wie ruiniert.

Solche Geschichten störten Grant nicht weiter. Er hatte vor, eine saubere Weste zu behalten, die allgegenwärtigen Agenten der Neuen Ethik nicht gegen sich aufzubringen und die rätselhaften Schwarzen Löcher zu studieren. Er war so vorsichtig, dass er nicht einmal das Wort »Evolution« gebrauchte, wenn er über die Entwicklungszyklen von Sternen bis zu ihrem finalen Kollaps sprach. »Evolution« war unter den Lauschern der Neuen Ethik ein höchst gefährliches Wort.

Am Ende seiner Schulzeit war er zu einem ruhigen, breitschultrigen jungen Mann mit einem dichten aschblonden Haarschopf herangewachsen, der ihm oft in die Stirn und seine hellbraunen Augen fiel.



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