
«Sie wollen Stüssi-Leupins Partner werden?«fragte er.
Ich schaute ihn verwundert an:»Ich denke nicht daran.»
«Er hält viel von Ihnen.»
«Das hat er mich bis jetzt nie merken lassen.»
«Stüssi-Leupin läßt nie etwas merken«, meinte der Alte trocken.
«Sein Fehler«, antwortete ich unbekümmert.»Ich will mich selbständig machen.»
«Das wird schwer sein.»
«Möglich.»
Der Alte lachte:»Sie werden noch Ihre Wunder erleben. Es ist nicht leicht, in unserem Lande allein hochzukommen. — Spielen Sie Billard?«fragte er dann unvermittelt.
Ich verneinte.
«Ein Fehler«, sagte er, betrachtete mich aufs neue nachdenklich, die grauen Augen voll Verwunderung, doch ohne Spott, wie es schien, humorlos und hart, und führte mich zum zweiten Tisch, wo Dr. Benno und Professor Winter spielten, die mir beide bekannt waren, der Professor von der Universität her — er war Rektor, als ich immatrikulierte —, Dr. Benno von der Welt des Nachtlebens her, das in unserer Stadt herrschte, zwar damals nur bis Mitternacht, doch dafür nicht ohne Intensität. Sein Beruf war unbestimmt. Einmal war er Olympiasieger im Fechten — weshalb man ihn den Olympia-Heinz nannte —, einmal Schweizermeister im Pistolenschießen gewesen und war immer noch ein bekannter Golfspieler, einmal hatte er eine Galerie geführt, die nicht rentierte. Jetzt hieß es, er solle der Hauptsache nach Vermögen verwalten.
Ich grüßte, sie nickten.
«Winter ist ein ewiger Anfänger«, sagte Dr.h.c. Kohler.
Ich lachte.»Sie sind wohl ein Meister?»
