
Ach, Mutter, dachte Tracy. Ich liebe dich so sehr. Du wirst Charles nie kennenlernen. Du wirst dein Enkelkind nie sehen. Und Tracybegann zu weinen.
Sie machte sich Kaffee und ließ ihn kalt werden, während sie im Dunkeln saß. Sie sehnte sich so sehr danach, Charles anzurufen, ihm zu sagen, was geschehen war, ihn an ihrer Seite zu haben. Aber einBlick auf die Küchenuhr zeigte ihr, daß sie ihn jetzt nicht anrufen konnte, ohne ihn zu wecken. Und das wollte sie nicht; deshalbwürde sie ihn aus New Orleans anrufen. Sie fragte sich, obder Tod ihrer Mutter einen negativen Einfluß auf die Heiratspläne haben würde, und sofort hatte sie Schuldgefühle. Wie konnte sie jetzt nur an sich denken? Lieutenant Miller hatte gesagt:»Wenn Sie hier sind, kommen Siebitte zur Polizeidirektion. «Warum zur Polizeidirektion? Was war passiert?
Tracy stand im überfüllten Empfangsgebäude des Flughafens von New Orleans und wartete inmitten ungeduldiger Passagiere, die stießen und drängelten, auf ihren Koffer. Sie hatte das Gefühl zu ersticken undbemühte sich, näher an dasBand mit dem Gepäck heranzukommen, aber niemand ließ sie durch. Nervosität stieg in ihr auf, und sie fürchtete sich vor dem, was ihrbevorstand. Sie versuchte sich einzureden, das sei alles nur ein Mißverständnis, doch die Worte von Lieutenant Miller hallten wieder und wieder in ihr nach: Ich habe leider schlechte Nachrichten für Sie… Sie ist tot, Miß Whitney… Ichbedaure außerordentlich, Ihnen das auf diesem Wege mitteilen zu müssen…
Als Tracy endlich ihren Koffer in der Hand hielt, stieg sie in ein Taxi und nannte die Adresse, die Lieutenant Miller ihr genannt hatte:»SouthBroad Street 715, bitte.«
