
»Du kommst doch, oder?«, war ihre erste Frage.
»Mir bleibt wohl nichts anderes übrig«, sagte Erlendur.
Elínborg hatte ein Kochbuch zusammengestellt, das jetzt endlich erscheinen sollte.
»Mein Gott, was bin ich nervös. Was glaubst du, wie es wohl ankommen wird?«
»Ich kann noch nicht mal richtig mit der Mikrowelle umgehen«, sagte Erlendur, »deswegen bin ich vielleicht nicht …«
»Beim Verlag sind sie sehr angetan«, unterbrach Elínborgihn.
»Und die Fotos von den Gerichten sind fantastisch. Dafür wurde sogar ein spezieller Beleuchter hinzugezogen. Und dann gibt es ein Extrakapitel über Weihnachtsessen …«
»Elínborg.«
»Ja.«
»Hattest du einen bestimmten Grund, mich anzurufen?«
»Irgendwelche Knochen im Kleifarvatn«, sagte Elínborg und senkte die Stimme, als es nun nicht mehr um ihr Kochbuch ging. »Ich soll dich abholen. Der See ist kleiner geworden oder irgendsowas, und deswegen hat man dort heute morgen Knochen gefunden. Sie möchten, dass du dir das anschaust.«
»Der See ist kleiner geworden?«
»Ja, ich habe das allerdings nicht so richtig mitgekriegt.«
Sigurður Óli stand bei dem Skelett, als Erlendur und Elínborg am See eintrafen. Man erwartete die Spezialisten von der Spurensicherung. Die Polizisten aus Hafnarfjörður fummelten mit dem gelben Absperrband herum, um die Fundstelle abzugrenzen, mussten aber feststellen, dass sie nichts hatten, woran sie es befestigen konnten. Sigurður Óli beobachtete ihre Bemühungen und versuchte vergeblich, sich an irgendwelche typischen Witze zu erinnern, die man sich über die Einwohner von Hafnarfjörður erzählte.
»Hast du nicht Urlaub?«, fragte er Erlendur, der ihm auf dem sandigen Seegrund entgegenkam.
»Doch«, sagte Erlendur. »Was gibt’s Neues bei dir?«
»Same old …«, sagte Sigurður Óli.
