
Der Mann folgte seinem Blick über das Wasser, doch seine Augen schienen in unbekannte Fernen zu schauen.
«Eine schöne Fregatte, Sir. Knapp drei Jahre alt. «Er nickte traurig.»Sie wird schon seit Monaten ausgerüstet. Es heißt, für eine lange Reise.»
Bolitho dachte über den Mann und all die Hunderte von Männern nach, die in den Häfen und Küstenorten herumlungerten, Arbeit suchten und sich dabei nach der See sehnten, die sie so oft aus vollem Herzen verflucht hatten.
Aber man schrieb jetzt Februar 1774, und bekanntlich befand sich England seit Jahren im Frieden. Sicherlich gab es hier und da auf der Welt kriegerische Zusammenstöße, aber dabei ging es meist um örtliche Handelsinteressen oder um Selbstbehauptung. Die alten Feinde blieben trotzdem die gleichen: entschlossen, ihre Zeit abzuwarten und den schwachen Punkt des Gegners zu finden, um diesen eines günstigen Tages zu benutzen.
Schiffe und Männer, die einst ihr Gewicht in Gold wert gewesen waren, hatte man ausgemustert. Die Schiffe verrotteten, die Seeleute — wie diese zerlumpte Gestalt mit fingerloser rechter Hand und einer tiefen Narbe auf der Backe — hatte man ohne Abfindung und Versorgung einfach an Land gesetzt.
Bolitho fragte:»Auf welchem Schiff sind Sie gefahren?»
Der Mann schien plötzlich zu wachsen, als er antwortete:
«Auf der Torbay, Sir. Unter Käpt'n Keppel. «Genauso schnell sank er wieder zusammen.»Gibt's eine Chance für mich bei Ihnen an Bord,
Sir?»
Bolitho schüttelte den Kopf.»Ich bin neu und weiß noch nicht, wie es auf der Destiny aussieht.»
Der Mann seufzte.»Ich werde Ihnen ein Boot rufen, Sir.»
Er steckte zwei Finger seiner heilen Hand in den Mund und ließ einen durchdringenden Pfiff ertönen. Als Antwort hörte man durch den Nebel das Plätschern von Riemen, und dann näherte sich langsam ein Ruderboot.
Bolitho rief:»Zur Destiny, bitte!»
