
„O Prinzessin Kristalla! Derjenige, den du hier im Käfig siehst, ist so echt, wie ein Bleichling nur sein kann. Um fünftausend Hektar Kernkräftefeld habe ich ihn von Sternpiraten erworben. Und wenn du es wünschst, biete ich ihn dir zum Geschenk. Denn ich habe keinen anderen Wunsch, als dein Herz zu erfreuen!“ Die Prinzessin ließ sich ein Schwert reichen und steckte es durchs Gitter in den Käfig. Der Königssohn faßte die Klinge und schnitt damit in sein Gewand, bis die Blase einriß, und Zinnober auf das Schwert rann und es mit Röte befleckte.
„Was ist das?“ — fragte die Prinzessin, und Ferrenz erwiderte:“Blut!“
Nun ließ die Prinzessin den Käfig öffnen, trat kühn hinein und näherte ihr Gesicht dem Gesicht des Prinzen. Ihr nahes Antlitz verwirrte ihm den Verstand, doch der Weise gab aus der Ferne ein heimliches Zeichen, und der Königssohn drückte die Bälge. Moderluft trat aus, und als die Prinzessin fragte: „Was ist das für ein Hauch?“, da entgegnete Ferrenz: „Atem!“„Du bist wahrlich ein geschickter Kunstgaukler“ — sprach die Prinzessin, den Käfig verlassend. „Doch du hast mich betrogen, deshalb sollst du samt deiner Puppe umkommen!“
Da senkte der Weise den Kopf, wie in großer Angst und Trauer; der Königssohn aber tat desgleichen, und aus seinen Augen flossen durchsichtige Tropfen. Die Prinzessin fragte:“Was ist das?“
Ferrenz aber erwiderte:“Tränen!“
Und sie sagte:“Wie heißt du, der du dich einen Bleichling aus fernen Landen nennst?“
„O Prinzessin, ich heiße Sabbermümmel und begehre nichts heißer, als mich mit dir zu verbinden, auf verströmende, weiche, teigige und wäßrige Art, wie dies der Brauch meines Stammes ist“, erwiderte Ferrenz, denn solche Worte hatte ihn der Weise gelehrt.
